Nerdaxe Gaia: Was der BM1373-Miner kann, welche Firmware passt und für wen er sich lohnt
14. September 2026 · 18 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 26. September 2026
Der Nerdaxe Gaia ist der erste Miner im Nerdaxe-Format mit Bitmains BM1373. Äußerlich bleibt vieles, wie Nerdaxe-Besitzer es kennen: eine Platine im Hochformat, oben ein Farbdisplay, darunter ein 40-mm-Lüfter, dazu ein Ständer für den Schreibtisch. Unter dem Lüfter hat sich die wichtigste Zahl verschoben: Ein einzelner Chip liefert ab Werk mehr Hashrate als die zwei Chips eines Bitaxe GT. Wir haben Firmware und Platinendefinition im Quellcode gelesen, die Angaben des Herstellers und den ersten öffentlichen Nutzerbericht ausgewertet und ordnen ein, was der Nerdaxe Gaia kann, wo seine Grenzen liegen und für wen er sich lohnt. Die erste Charge ist ausverkauft, die zweite wird ab dem 7. November 2026 ausgeliefert. Eigene Messwerte ergänzen wir, sobald die Geräte hier stehen.
stratum.bitaxe.de, Port 3333 und deine eigene Bitcoin-Adresse ein. Beim Übertakten liefen in einem Nutzerbericht 420 MHz stabil, bei 440 MHz schaltete der Spannungsregler ab. Zweite Charge, Versand ab 7. November 2026. Was der Nerdaxe Gaia ist
Der Gaia gehört zur Nerdaxe-Reihe aus dem BitMaker-Umfeld. Die Hardware hat Bitronics entwickelt, so steht es auch auf der Systemseite der Firmware; die Firmware pflegt BitMaker in einem eigenen Zweig der Nerd-Firmware von shufps. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Nerdaxe Gamma: ein einzelner Bitmain-ASIC, ein ESP32-S3 als Steuerung, ein Display mit den Betriebswerten und eine Oberfläche im Browser. Kein Konto, keine Cloud, kein Programm auf dem PC.
Neu ist die Stromversorgung. Bitaxe Gamma und Nerdaxe Gamma laufen mit 5 Volt, der Gaia mit 12 Volt. Den Rechenkern versorgt ein Spannungsregler vom Typ TPS546D24A, den BitMaker im Quellcode mit 40 Ampere angibt. Diese Reserve braucht der Chip im Normalbetrieb nicht, sie macht aber höhere Taktstufen erst möglich.
| Merkmal | Nerdaxe Gaia |
|---|---|
| ASIC | 1 × Bitmain BM1373 |
| Werkseinstellung (Firmware) | 350 MHz Takt, 940 mV Kernspannung |
| Erwartete Hashrate ab Werk | 2,40 TH/s (Rechnung der Firmware) |
| Herstellerangabe | rund 2,4 TH/s bei 26 bis 30 W |
| Effizienz | rund 11 bis 12,5 J/TH (aus der Herstellerangabe) |
| Stromversorgung | 12 V, Netzteil im Lieferumfang; die Firmware erwartet 10,8 bis 13,2 V |
| Spannungsregler | TPS546D24A, Stromgrenze 28 A (Warnung) und 33 A (Abschaltung) |
| Mikrocontroller | ESP32-S3, WLAN nur 2,4 GHz |
| Display | 1,9-Zoll-Farbdisplay (LILYGO T-Display S3) |
| Kühlung | Kühlkörper mit 40-mm-PWM-Lüfter |
| Firmware | Nerd-Firmware (NerdOS) im Zweig von BitMaker, Basis 1.1.0; empfohlen: OSM-OS gaia-v1.1.1-osm |
| Lieferung | Vorbestellung, erste Charge ausverkauft, zweite Charge ab 7. November 2026 |
Der BM1373 und was die Firmware über ihn verrät
Heimminer verbauen dieselben Chips wie die großen Maschinen, nur einzeln statt zu Hunderten. Der Bitaxe Ultra nutzt den BM1366, Bitaxe Gamma und Nerdaxe Gamma den BM1370, der Gaia den neueren BM1373. Wie BitMaker den Chip betreibt, steht in der Platinendefinition der Gaia-Firmware, die wie AxeOS unter GPL-3.0 steht:
- Ab Werk 350 MHz Takt und 940 mV Kernspannung.
- In der Auswahl stehen 300, 320, 340, 350, 360, 380, 400, 420 und 440 MHz sowie 900 bis 1.040 mV in Schritten von 20 mV.
- Als harte Grenzen für die Kernspannung setzt die Firmware 800 und 1.300 mV. Eine Obergrenze für den Takt gibt es nicht, sie ist im Code auskommentiert.
- Der Lüfterregler (PID) zielt auf 60 °C Chiptemperatur.
- Die Stromgrenze des Reglers hat BitMaker auf 28 A (Warnung) und 33 A (Abschaltung) angehoben. Den Grund nennt ein Kommentar im Code: Die gemeinsamen Standardwerte von 25 und 30 A lösten beim Gaia um 440 MHz bei 1 Volt aus, bei etwa 31 A.
Diese Werte sind keine Werbeangaben, sondern das, was der Miner beim ersten Start einstellt. 350 MHz und 940 mV liegen im unteren Teil der verfügbaren Stufen: Der Gaia startet effizient und kühl, nicht an der Grenze.
Wie die Firmware die Hashrate rechnet
Die erwartete Hashrate ist Takt mal Kernzahl. Die Nerd-Firmware rechnet beim BM1373 mit 6.860 kleinen Kernen, aus 350 MHz werden so 2,40 TH/s. Die Kernzahl ist im Quellcode noch als vorläufig markiert; AxeOS rechnet beim selben Chip mit 6.725 Kernen, das wären 2,35 TH/s. Die Hashrate im Dashboard liest die Firmware dagegen aus dem Zähler des Chips, sie schwankt um diesen Rechenwert.
Hashrate, Verbrauch und Effizienz: welche Zahl stimmt?
Für den Gaia kursieren verschiedene Zahlen, weil sie verschiedene Betriebspunkte beschreiben. Ab Werk erwartet die Firmware 2,40 TH/s. Bitronics nennt rund 2,4 TH/s und für die Leistung 26 W im Standardprofil beziehungsweise 30 W auf der Produktseite, das sind 10,8 bis 12,5 J/TH. Das Herstellerfoto oben zeigt 2.809 GH/s bei 31,3 W, rund 11,1 J/TH. Und ein Nutzer hat im September 2026 höhere Taktstufen ausprobiert und öffentlich dokumentiert:
| Betriebspunkt | Hashrate | Leistung | Effizienz | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| 350 MHz / 940 mV (Werk) | 2,40 TH/s (Rechnung) | 26 bis 30 W | 10,8 bis 12,5 J/TH | Firmware, Herstellerangabe |
| Herstellerfoto (920 mV) | 2,81 TH/s | 31,3 W | 11,1 J/TH | Display auf dem Produktfoto |
| 400 MHz / 960 mV | 2,7 TH/s | 34,2 W | rund 12,7 J/TH | Nutzerbericht, stabil über Stunden |
| 420 MHz / 960 mV | 2,88 TH/s (Rechnung) | 35,8 W | rund 12,4 J/TH | Nutzerbericht, stabil über Stunden |
| 440 MHz / 970 mV | nach rund 30 Sekunden 0 | Regler schaltet ab, rund 5 W | nicht nutzbar | Nutzerbericht, bestätigt von BitMaker |
Zwei Dinge sind dabei wichtig. Erstens misst die Firmware beim Gaia keine Watt an der Steckdose: Sie rechnet Spannung mal Strom am Ausgang des Kernreglers und schlägt pauschal 5 W auf. An der Wand liegt der Wert wegen der Verluste im Netzteil etwas höher. Zweitens gibt es bisher nur einen einzigen öffentlichen Bericht zu höheren Taktstufen (Issue #709), und Chips unterscheiden sich. Bis zu unserer eigenen Messung gilt: rund 2,4 TH/s bei 26 bis 30 W ab Werk, mit mehr Takt bis knapp 2,9 TH/s bei rund 36 W.
Aufschlussreich ist, wie wenig die Effizienz dabei schwankt: zwischen rund 11 und 12,7 J/TH, ob ab Werk oder mit 420 MHz. Mehr Takt kostet beim BM1373 im verfügbaren Bereich also nur wenig Effizienz, solange die Spannung kaum steigen muss.
Der Gaia im Vergleich
So steht der Gaia neben den Minern, mit denen er am häufigsten verglichen wird. Die Hashrate ist jeweils der Werkswert der Firmware, die Leistung die beste verfügbare Angabe mit Quelle:
| Miner | ASIC | Spannung | Hashrate ab Werk | Leistung | Effizienz | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nerdaxe Gaia | 1 × BM1373 | 12 V | 2,40 TH/s | 26 bis 30 W (Hersteller) | rund 11 bis 12,5 J/TH | 249,00 € |
| Nerdaxe Gamma | 1 × BM1370 | 5 V | 1,05 TH/s (NerdOS), 1,33 TH/s (OSM-OS) | noch nicht gemessen | noch nicht gemessen | 159,00 € |
| Bitaxe Gamma | 1 × BM1370 | 5 V | 1,07 TH/s, im Alltag rund 1,1 bis 1,2 TH/s | rund 17 W (gemessen an der Steckdose) | rund 14 bis 16 J/TH | ab 139,00 € |
| Bitaxe GT | 2 × BM1370 | 12 V | 2,14 TH/s | rund 43 W (Händlerangabe) | rund 20 J/TH | 229,00 € |
| NerdQaxe++ | 4 × BM1370 | 12 V | 4,90 TH/s | rund 76 W (Entwickler) | rund 16 J/TH | 349,00 € |
Der Gaia ist nicht der schnellste Miner in dieser Liste, aber der mit dem geringsten Strombedarf je Terahash. Die Watt-Angaben stammen aus unterschiedlichen Quellen und Messarten; unsere eigene Messung aller Geräte an der Steckdose steht noch aus.
Gaia oder Nerdaxe Gamma?
Beide sehen gleich aus, werden gleich bedient und stehen auf demselben Ständer. Der Unterschied liegt unter dem Lüfter: Der Gamma arbeitet mit einem BM1370 und kommt ab Werk auf 1,05 TH/s mit NerdOS oder 1,33 TH/s mit OSM-OS, der Gaia mit einem BM1373 auf 2,40 TH/s. Das ist etwa doppelt so viel Hashrate aus einem einzigen Chip.
Für den Gamma spricht, dass er seit Langem bewährt ist und mit 5 Volt läuft, also mit demselben Netzteil wie ein Bitaxe Gamma. Wer mehrere 5-Volt-Miner betreibt und Netzteile tauschen möchte, hat mit dem Gamma die einfachere Logistik. Für alle anderen ist der Gaia die bessere Wahl. Wie sich die Nerdaxe-Familie grundsätzlich vom Bitaxe unterscheidet, steht in Bitaxe oder Nerdaxe.
Gaia oder Bitaxe GT?
Der Bitaxe GT ist der direkteste Konkurrent: Beide laufen mit 12 Volt und liegen zwischen 2 und 2,5 TH/s. Der GT braucht dafür zwei BM1370 und rund 43 W, der Gaia einen BM1373 und 26 bis 30 W. Die 13 bis 17 W Unterschied ergeben im Jahr 114 bis 149 kWh, bei 0,30 €/kWh also rund 34 bis 45 € Strom, bei etwas mehr Hashrate auf der Seite des Gaia. Für den GT spricht, dass er ein Referenzdesign von bitaxe.org ist, mit AxeOS aus dem Hauptzweig und der größten Community dahinter.
Und der NerdQaxe++?
Wer vor allem Hashrate sucht, landet beim NerdQaxe++: vier BM1370, 4,90 TH/s ab Werk, laut Entwickler rund 76 W. Er liefert rund doppelt so viel Hashrate wie ein Gaia und braucht dafür das Zweieinhalb- bis Dreifache an Strom. Der Gaia ist das kompakte, sparsame Gerät für den Schreibtisch, der NerdQaxe++ das Arbeitspferd fürs Regal. Mehr dazu steht im NerdQaxe++ Test.
BM1373 in anderen Minern
Der Gaia ist nicht das einzige Gerät mit dem neuen Chip. AxeOS, die Firmware des Bitaxe-Projekts, hat mit Version 2.15.2 (Vorabversion vom 18. September 2026, enthalten in der aktuellen 2.15.3) einen Treiber für BM1372 und BM1373 bekommen. Den Grundstein legte ein Pull Request vom August 2026, ausdrücklich für die Baureihe „Naja Duo 1201“. Im selben Release kamen zwei Boards der Reihe „Bitaxe Color“ mit Farbdisplay dazu:
- Naja Duo (Board 1201): zwei BM1373 an 12 Volt. AxeOS startet die Chips mit 327 MHz und 1.000 mV und bietet 327 bis 410 MHz sowie 1.000 bis 1.250 mV an. Rechnerisch erwartet die Firmware ab Werk rund 4,4 TH/s.
- Gamma Hex (Board 1300): kommt aus demselben Release, arbeitet aber mit sechs BM1370, nicht mit dem BM1373.
Die beiden Firmwares rechnen den BM1373 unterschiedlich, AxeOS mit 6.725 kleinen Kernen, die Nerd-Firmware mit 6.860. Messwerte zu Naja Duo und Gamma Hex haben wir noch nicht, beide gehören derzeit nicht zu unserem Sortiment. Die Release Notes stehen auf GitHub.
Was die Hashrate für die Blockchance bedeutet
Solo Mining funktioniert wie eine Lotterie mit festen Losen: Jeder Hash ist ein Versuch. Bei der Difficulty von 132,76 Billionen (Stand 26. September 2026) hat ein Miner mit 1 TH/s eine Chance von rund 1 zu 18.000 pro Jahr. Für die Geräte aus dem Vergleich:
| Miner | Hashrate | Chance pro Tag | Chance pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Nerdaxe Gaia | 2,40 TH/s | 1 zu 2,7 Millionen | 1 zu 7.500 |
| Nerdaxe Gamma | 1,05 bis 1,33 TH/s | 1 zu 5,0 bis 6,3 Millionen | 1 zu 13.600 bis 17.200 |
| Bitaxe Gamma | 1,07 TH/s | 1 zu 6,2 Millionen | 1 zu 16.900 |
| Bitaxe GT | 2,14 TH/s | 1 zu 3,1 Millionen | 1 zu 8.400 |
| NerdQaxe++ | 4,90 TH/s | 1 zu 1,35 Millionen | 1 zu 3.700 |
Die Zahlen sollen ernüchtern. Eine Chance von 1 zu 7.500 pro Jahr heißt nicht, dass nach 7.500 Jahren ein Block fällig ist: Er kann morgen fallen oder nie. Der Gaia zieht aber rund doppelt so viele Lose wie ein Gamma, bei nur etwas mehr Strom. Findet er einen Block, gehört die ganze Belohnung dir, derzeit rund 3,14 BTC einschließlich Gebühren, sofern du auf einem Solo-Pool wie pool.bitaxe.de minst. Im Mittel entspricht das beim Gaia rund 114 Satoshi am Tag.
Den aktuellen Stand rechnet der Mining-Rechner für den Gaia aus. Wie diese Wahrscheinlichkeiten entstehen und welche Heimminer schon Blöcke gefunden haben, erklärt Bitaxe Block finden.
Stromkosten im Alltag
Im Dauerbetrieb ergeben 26 bis 30 W rund 19 bis 22 kWh im Monat. Bei 0,30 €/kWh:
| Leistung | kWh im Monat | Kosten im Monat | Kosten im Jahr |
|---|---|---|---|
| 26 W (Standardprofil laut Hersteller) | 19,0 | rund 5,70 € | rund 68 € |
| 30 W (Produktseite des Herstellers) | 21,9 | rund 6,60 € | rund 79 € |
| 34 W (400 MHz, Nutzerbericht) | 25,0 | rund 7,50 € | rund 90 € |
Gegenüber einem Bitaxe Gamma mit rund 17 W zahlst du damit rund 23 bis 34 € im Jahr mehr, gegenüber einem Bitaxe GT sparst du rund 34 bis 45 €. Wie du die Kosten deines ganzen Setups rechnest, steht in Bitaxe Stromverbrauch berechnen.
Netzteil: 12 Volt statt 5 Volt
Der wichtigste praktische Unterschied zum Nerdaxe Gamma steckt im Netzteil. Die Firmware des Gaia rechnet mit 10,8 bis 13,2 Volt am Eingang; den Kernregler schaltet sie erst ab 10,5 Volt ein und unter 9,5 Volt wieder ab. Ein 5-Volt-Netzteil bringt den Gaia also nicht zum Laufen. Über 14 Volt meldet der Regler Überspannung, ein Laptopnetzteil mit 19 oder 20 Volt gehört deshalb nicht an den Gaia.
Ein passendes 12-Volt-Netzteil mit Hohlstecker liegt bei. Musst du es ersetzen, achte auf 12 Volt, genug Reserve beim Strom und den richtigen Stecker; die Firmware rechnet mit bis zu 6 Ampere am Eingang. Ein Netzteil an seiner Grenze wird warm und liefert eine unruhige Spannung, was sich als schwankende Hashrate zeigen kann. Worauf es grundsätzlich ankommt, erklärt Welches Netzteil für Bitaxe.
Kühlung, Temperatur und Lautstärke
Gekühlt wird der BM1373 über einen Kühlkörper mit 40-mm-PWM-Lüfter, die Drehzahl steuert ein Lüftercontroller vom Typ EMC2101. Mit „Auto Fan Control (PID)“ regelt die Firmware auf 60 °C Chiptemperatur und nimmt dabei standardmäßig den höheren Wert von Chip und Spannungsregler, weil der Gaia nur einen Lüfter hat. OSM-OS schaltet diese Regelung ab Werk ein. Der Build von BitMaker sieht dagegen eine feste Drehzahl von 70 Prozent vor, die du in der Karte „Fan Controller“ umstellen kannst. Auf dem Herstellerfoto stehen 57 °C bei 6.826 Umdrehungen pro Minute.
Wird es trotzdem zu heiß, greift die „Shutdown Temperature“: im Build von BitMaker 75 °C, in OSM-OS 70 °C, in beiden Fällen einstellbar. Dann dreht der Lüfter auf 100 Prozent, die Kernspannung geht auf null, und das Display meldet „MINER OVERHEATED“. Nach dem Quellcode läuft der Miner danach nicht von selbst wieder an, du startest ihn neu.
Einen Lautstärkewert nennen wir erst nach eigener Messung. Ein 40-mm-Lüfter mit fast 7.000 Umdrehungen ist hörbar, und die Umgebung spielt eine große Rolle: In einem warmen Regal ohne Luftaustausch dreht jeder kleine Miner höher als frei auf dem Schreibtisch. Die Hebel für einen leiseren Betrieb stehen in Bitaxe leiser machen; der Artikel ist für den Bitaxe geschrieben, die Prinzipien gelten auch hier.
Firmware: NerdOS-Zweig, OSM-OS und Stratum V2
Der Gaia läuft nicht mit AxeOS, sondern mit der Nerd-Firmware (NerdOS), die shufps für NerdQaxe und NerdOctaxe entwickelt hat. Sie stammt aus derselben Wurzel wie AxeOS und wird genauso im Browser bedient. Die offiziellen NerdOS-Releases enthalten für den Gaia aber noch kein Image, auch 1.1.0.1 vom 24. September 2026 nicht. Es gibt deshalb zwei Quellen:
- BitMaker gaia-v1.1.1 (22. September 2026): NerdOS 1.1.0 plus Gaia-Unterstützung. Auf diesem Code-Stand wurden laut einem Nutzerbericht die ersten Geräte ausgeliefert. Voreingestellt sind der Pool von Bitronics und eine fremde Bitcoin-Adresse.
- OSM-OS gaia-v1.1.1-osm (23. September 2026): derselbe Stand mit angepassten Voreinstellungen, nämlich Pool
stratum.bitaxe.de:3333, Lüfterregelung mit 60 °C Ziel, Abschaltung bei 70 °C und Hostname „OSM-Miner“. Dazu kommen Update-Kacheln für die OSM-Releases.
Wir empfehlen OSM-OS. Im Web-Flasher flasher.bitaxe.de ist es für den Gaia vorausgewählt, Factory-Image und Update-Datei sind vorhanden; im Kanal „AxeOS Original“ gibt es für den Gaia noch nichts. Mit der Installationsart „Update“ bleiben WLAN, Pool und Adresse erhalten. Den Ablauf mit Bildern zeigt AxeOS Update beim Bitaxe; beim Gaia wählst du im Flasher die Kachel Nerdaxe Gaia.
Beide Gaia-Builds basieren auf NerdOS 1.1.0. Die zwei Korrekturen aus 1.1.0.1 fehlen dort noch: größere Stratum-V2-Jobs, wie sie Pools mit vielen Auszahlungen (PPLNS) schicken, und ein genauerer Abgleich deiner Adresse in der Coinbase. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald eine neuere Gaia-Version erscheint.
Was die Firmware kann
Stratum V2 ist seit NerdOS 1.0.37 an Bord: eine verschlüsselte Verbindung, bei der sich der Pool über seinen Authority Key ausweist. Seit 1.1.0 gibt es zusätzlich „Require Authentication“, das nur noch geprüfte Verbindungen zulässt. Dazu kommen der Pool-Modus „Dual Pool“, der die Arbeit auf zwei Pools aufteilt, eine „Coinbase Verification“, die prüft, ob deine Adresse in der Blockvorlage steht, und Webhook-Benachrichtigungen, etwa bei einem Blockfund. Wie die verschlüsselte Verbindung eingerichtet wird, zeigt Stratum V2 einrichten; auf unserem Pool nutzt du dafür Port 3336.
Was noch offen ist
Der Quellcode der Gaia-Firmware liegt öffentlich auf GitHub. Die Platinendateien hat BitMaker für den Nerdaxe Gamma im NerdAxe-Repository veröffentlicht, für den Gaia stehen sie dort noch aus (Stand 26. September 2026).
Einrichtung: in wenigen Minuten am Pool
An der Einrichtung ändert der neue Chip nichts. Du brauchst eine Steckdose, ein 2,4-GHz-WLAN und eine Bitcoin-Adresse aus einer Wallet, deren Schlüssel du selbst hältst.
- Anschließen. Netzteil einstecken. Solange der Gaia kein bekanntes WLAN erreicht, öffnet er ein offenes Einrichtungs-WLAN mit dem Namen
Nerdaxe_XXXX; der Name steht auf dem Display. - WLAN eintragen. Mit Handy oder Laptop in dieses WLAN wechseln. Die Oberfläche öffnet sich meist von selbst; unter „Settings“ trägst du in der Karte „WiFi Settings“ dein Netzwerk und das Passwort ein. Der Gaia kann nur 2,4 GHz. Sendet dein Router beide Bänder unter einem Namen, hilft für die Einrichtung ein eigenes 2,4-GHz-Netz.
- Pool und Adresse eintragen. In der Karte „Stratum Settings“ Stratum Host, Stratum Port, Username und Password eintragen, die Werte stehen in der Tabelle unten. Dann „Save“ und „Restart“.
- Dashboard öffnen. Nach dem Neustart zeigt das Display die IP-Adresse. Alternativ erreichst du den Gaia über seinen Hostnamen mit
.local, bei OSM-OS ab Werk „OSM-Miner“. - Prüfen. Nach kurzer Zeit laufen die ersten Shares. Auf pool.bitaxe.de erscheint dein Worker, sobald du dort deine Adresse eingibst.
| Feld in NerdOS | Wert für pool.bitaxe.de |
|---|---|
| Stratum Host | stratum.bitaxe.de (ohne stratum+tcp:// und ohne Port) |
| Stratum Port | 3333, mit Stratum V2 3336 |
| Stratum Protocol | Stratum V1, oder Stratum V2 mit Port 3336 und Authority Key |
| Username | deine Bitcoin-Adresse, optional mit Workernamen, zum Beispiel bc1q….gaia |
| Password | x |
Die Schritte mit Bildern für die Nerdaxe-Reihe zeigt die Nerdaxe-Anleitung, die fertigen Werte erzeugt der Pool-Konfigurator. Welcher Pool zu dir passt, vergleicht Bitaxe Mining Pool wählen. Willst du über deinen eigenen Node minen, gilt Bitaxe mit eigenem Node verbinden für den Gaia genauso. Hängt der Miner im WLAN, rechnet aber nicht, helfen Bitaxe mined nicht trotz WLAN und die Miner-Diagnose.
Übertakten: Spielraum und Grenzen
Die Auswahlliste reicht bis 440 MHz und 1.040 mV. Freie Werte gibt es erst über den kaum sichtbaren Knopf „Danger Zone“ in der Karte „Mining Settings“; wer damit über die Liste hinausgeht, bekommt beim Speichern eine deutliche Warnung. Einen Neustart brauchen Takt und Spannung nicht.
Wo die Grenze liegt, zeigt der Nutzerbericht in Issue #709: 400 MHz und 420 MHz bei 960 mV liefen über Stunden stabil, mit dem Spannungsregler bei 68 und 72 °C; schon bei 400 MHz lief der Lüfter auf 100 Prozent. Bei 440 MHz und 970 mV fiel die Kernspannung nach rund 30 Sekunden auf null, die Leistung sank auf 5 W. Nur ein Neustart brachte den Gaia zurück, und die Firmware meldete dabei keinen Fehler. BitMaker bestätigte, dass die am Regler gesetzte Stromgrenze ausgelöst hat. Ob sie sich sicher anheben lässt, prüft BitMaker noch, ebenso eine Fehlermeldung für diesen Fall.
Für den Alltag heißt das: in kleinen Schritten vorgehen, nach jeder Stufe Hashrate sowie die Temperaturen von Chip und Spannungsregler mindestens 15 bis 20 Minuten beobachten und keine Werte aus einem Forum übernehmen, weil jeder Chip etwas anders ist. Nach dem bisher einzigen Bericht ist bei 420 MHz vorerst Schluss; die Effizienz liegt dort mit rund 12,4 J/TH kaum schlechter als ab Werk, der Lüfter hat aber keine Reserve mehr. Das Vorgehen im Detail beschreibt der Overclocking-Guide; sein Abschnitt zur Nerd-Firmware gilt für den Gaia genauso.
Vorbestellung: was du wissen solltest
Der Gaia ist ein Vorbestellartikel. Die erste Charge ist ausverkauft, Bestellungen ab jetzt gehören zur zweiten Charge mit Versand ab dem 7. November 2026, streng nach Bestelleingang. Sobald die Geräte bei uns sind, ergänzen wir diesen Artikel um eigene Messwerte für Hashrate, Leistung an der Steckdose, Temperatur und Lautstärke.
Für wen sich der Gaia lohnt
Der Gaia passt zu dir, wenn du im Nerdaxe-Format bleiben und deine Hashrate etwa verdoppeln willst, ohne die Geräteklasse zu wechseln. Er passt, wenn dir der Strom je Terahash wichtiger ist als die letzte Hashrate und du einen Miner suchst, der dauerhaft auf dem Schreibtisch läuft. Als zweites Gerät neben einem Bitaxe oder Nerdaxe Gamma ergänzt er ein bestehendes Setup gut, weil die Pool-Einstellungen gleich sind.
Weniger passt er, wenn du sofort minen willst und nicht bis November warten möchtest, oder wenn du vor allem maximale Hashrate suchst; dafür sind NerdQaxe++ oder NerdOctaxe die richtige Klasse. Wer ausdrücklich ein Referenzdesign von bitaxe.org mit AxeOS möchte, greift zum Bitaxe Gamma oder zum Bitaxe GT.
Fazit
Der Nerdaxe Gaia ist kein Sprung bei der Größe, sondern beim Wirkungsgrad. Ein einzelner BM1373 liefert ab Werk rund 2,4 TH/s, mehr als die zwei Chips eines Bitaxe GT, bei deutlich weniger Strom. Die Firmware ist offen, bringt Stratum V2 mit und startet mit vorsichtigen Werkseinstellungen, OSM-OS steht im Flasher bereit. Offen sind noch die Platinendateien, ein Gaia-Build auf dem Stand von NerdOS 1.1.0.1 und unsere eigenen Messwerte. Wer einen sparsamen, kompakten Solo-Miner sucht und bis November warten kann, bekommt mit dem Gaia nach den bisherigen Angaben das effizienteste Gerät in unserem Sortiment.
Häufige Fragen zum Nerdaxe Gaia
Wann wird der Nerdaxe Gaia ausgeliefert?
Wie viel Hashrate schafft der Nerdaxe Gaia?
Wie viel Strom verbraucht der Nerdaxe Gaia?
Welche Firmware soll ich auf den Nerdaxe Gaia flashen?
Läuft der Nerdaxe Gaia mit AxeOS?
Welches Netzteil braucht der Nerdaxe Gaia?
Was ist der Unterschied zwischen Nerdaxe Gaia und Nerdaxe Gamma?
Nerdaxe Gaia oder Bitaxe GT?
Unterstützt der Nerdaxe Gaia Stratum V2?
3336 und den Authority Key, die Anleitung steht in Stratum V2 einrichten. Kann ich den Nerdaxe Gaia übertakten?
Wie hoch ist die Chance, mit dem Gaia einen Block zu finden?
Warum steht beim ersten Start schon eine Adresse in den Einstellungen?
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