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Bitaxe leiser machen: Lüftersteuerung, Noctua-Lüfter und Kühler-Upgrades

11. April 2026 · 17 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 26. September 2026

Titelbild „Bitaxe leiser machen“: die Seite Settings in AxeOS 2.15 mit Frequency 525, Core Voltage 1150, Automatic Fan Control, Target Temperature 60 °C und Minimum Fan Speed 25 %, darunter die Karten Heat und Fan, dazu die Stichpunkte Ziel 62 bis 65 °C, 100 % nach Überhitzung, 30 statt 41,8 dB und Noctua 5V PWM

Ein Bitaxe fällt im Zimmer fast nur durch seinen Lüfter auf. Auf dem Gamma sitzt ein 40-mm-Lüfter, der rund 17 W Wärme vom Kühlkörper holen muss, und ein kleiner Lüfter schafft das nur mit hoher Drehzahl. Leiser wird der Miner deshalb nicht, indem du den Lüfter einfach bremst, sondern indem weniger Wärme entsteht, sie über mehr Fläche abfließt und der Lüfter dadurch langsamer drehen darf. Dieser Artikel geht die Hebel in der Reihenfolge durch, in der sie am meisten bringen, mit den Einstellungen aus AxeOS 2.15 und NerdOS 1.1 und mit Messwerten statt Datenblattzahlen. Vorher klären wir den häufigsten Grund, warum ein Bitaxe plötzlich laut ist: den Überhitzungsschutz, der den Lüfter auf 100 % stellt und dort stehen lässt.

Kurzfassung: Läuft der Lüfter plötzlich dauerhaft mit 100 %, hat meist der Überhitzungsschutz ausgelöst. Dann in Settings „Automatic Fan Control“ wieder einschalten und Frequency und Core Voltage zurückstellen. Danach die „Target Temperature“ von 60 auf 62 bis 65 °C anheben, den Miner frei aufstellen und bei Bedarf Takt und Spannung senken; 490 MHz und 1100 mV stehen beim Gamma in der normalen Auswahlliste. Der Tausch gegen einen Noctua NF-A4x20 5V PWM senkte in einer Messung aus 5 cm Abstand den Pegel von 41,8 auf 30 dB. Ein größerer Kühler lässt den Lüfter zusätzlich langsamer drehen. Für den Dauerbetrieb gilt: Chip bis 65 °C, Spannungsregler bis 85 °C.

Wie laut ist ein Bitaxe Gamma?

Saubere Messungen an einem Miner mit 40-mm-Lüfter sind selten. Die beste, die wir gefunden haben, stammt von draeger-it.blog: ein Bitaxe Gamma 601, das Mikrofon in 5 cm Abstand direkt auf das Gerät gerichtet, je zehn Messungen, einmal mit dem Serienlüfter und einmal nach dem Tausch gegen einen Noctua.

Aufbau Pegel in 5 cm Abstand Anmerkung
Gamma 601 mit Serienlüfter (5.200 U/min) 41,8 dB im Mittel zehn Messungen zwischen 40,8 und 42,8 dB
Gamma 601 mit Noctua NF-A4x20 5V PWM 30 dB kleinster Wert des Messgeräts, der echte Pegel kann darunter liegen

Quelle: draeger-it.blog, März 2025. Mindestens rund 12 dB weniger sind deutlich; als Faustregel empfindet das Ohr 10 dB weniger als etwa halb so laut. Zur Einordnung gehören zwei Dinge. Erstens sind 5 cm sehr nah, vom Schreibtischstuhl aus ist es erheblich leiser; solche Werte taugen nur zum Vergleich unter gleichen Bedingungen. Zweitens beschreibt die Angabe 14,9 dB(A) aus dem Datenblatt des Noctua den Lüfter allein bei voller Drehzahl, gemessen nach dem Verfahren des Herstellers. Wie laut ein Miner auf dem Tisch ist, sagt sie nicht.

Wie hoch der Lüfter dreht, hängt an der Wärme, die er abführen muss. In einer Händler-Messreihe mit einem Gamma auf einem größeren Nachrüstkühler (Abstand nicht angegeben) stieg der Pegel mit dem Takt: 43 dB bei 44 % Lüfter ab Werk, 46 dB bei 59 % mit 625 MHz und 1250 mV, 49 dB bei 68 % mit 750 MHz und derselben Spannung. Umgekehrt heißt das: Weniger Wärme bedeutet weniger Drehzahl und damit weniger Lärm.

Lüfter plötzlich dauerhaft auf 100 %? Erst den Überhitzungsschutz prüfen

Wenn ein Bitaxe, der monatelang ruhig lief, auf einmal nur noch mit voller Drehzahl läuft, liegt es selten am Lüfter. Meist hat der Überhitzungsschutz von AxeOS ausgelöst, und der lässt den Lüfter auch nach dem Abkühlen auf 100 % stehen. So läuft der Schutz in AxeOS 2.15.3 ab, im Quelltext der Firmware nachgelesen:

  1. Der Chip wird wärmer als 75 °C oder der Spannungsregler wärmer als 105 °C. Ab 70 °C am Chip zeigt das Dashboard vorher nur die Warnung „Danger: High Temperature“.
  2. AxeOS stoppt das Mining, schaltet „Automatic Fan Control“ aus und stellt den Lüfter fest auf 100 %. Das Dashboard meldet „Device has overheated - See settings“, das Display „DEVICE OVERHEAT!“.
  3. Nach mindestens 30 Sekunden, und sobald der Regler unter 95 °C liegt, rechnet der Miner mit 100 MHz weniger Takt und 100 mV weniger Spannung weiter. Diese Werte speichert AxeOS dauerhaft, jede weitere Auslösung senkt erneut.
  4. Die Meldung verschwindet wieder, die Automatik bleibt aber aus. Der Lüfter läuft weiter mit 100 %, bis du sie selbst einschaltest.

Du erkennst den Fall auf der Seite Settings: Der Haken bei „Automatic Fan Control“ fehlt, darunter steht „Fan Speed“ auf 100 % mit dem Zusatz „S19 Simulator“, einem Scherz der Entwickler. Bei einem Gamma mit Werkseinstellung stehen Frequency und Core Voltage nun auf „425 (Custom)“ und „1050 (Custom)“ statt auf 525 und 1150. Ist das Ereignis noch nicht lange her, findest du es auch auf der Seite Logs, wenn du nach „OVERHEAT“ filterst. So räumst du auf:

  1. Ursache beheben: Aufstellort, Staub im Kühler, Raumtemperatur, ein Lüfter, der nicht mehr richtig dreht, oder zu viel Takt.
  2. In Settings Frequency und Core Voltage auf deine Werte zurückstellen, beim Gamma ab Werk die Einträge „525 (Default)“ und „1150 (Default)“.
  3. Den Haken bei „Automatic Fan Control“ wieder setzen, die Target Temperature prüfen und Save klicken. Ein Neustart ist nicht nötig.
  4. Siehst du noch den roten Knopf „Disable Overheat Mode“, klick ihn erst jetzt. AxeOS erinnert selbst daran, Takt und Spannung vorher zurückzusetzen.
Zwei Fallen: Wer 1060 mV oder weniger eingestellt hat, landet nach dem Schutz unter 1000 mV. Darunter arbeitet der Spannungsregler des Gamma nicht, und AxeOS meldet „Power Fault Detected. Check your Power Supply.“, obwohl das Netzteil in Ordnung ist. Abhilfe: Core Voltage wieder auf mindestens 1000 mV. Außerdem zeigt ein offener Fehlerbericht, dass fehlerhafte Sensorwerte den Schutz auch ohne echte Hitze auslösen können (Issue 2000). Prüf nach jedem Vorfall deshalb Takt, Spannung und Lüftersteuerung, auch wenn es im Raum nicht heiß war.

Es gibt noch weitere Gründe für einen auffälligen Lüfter. Die Tabelle ordnet sie zu:

Was du siehst Ursache Was du tust
Lüfter 100 %, „Automatic Fan Control“ aus, Takt und Spannung mit „(Custom)“ Überhitzungsschutz hat ausgelöst Schritte oben
Lüfter 100 %, Automatik an, Chip trotzdem über der Zieltemperatur Die Kühlung schafft das Ziel nicht: warmer Raum, Staub, schlecht sitzender Kühler oder zu viel Takt Standort, Kühler und Takt prüfen (Schritte 2 bis 5)
Lüfter 70 % direkt nach dem Start Startphase, bis der erste gültige Temperaturwert vorliegt nichts, die Regelung übernimmt, sobald der Chip rechnet
Lüfter 30 %, Hashrate 0 Mining pausiert („Mining is paused“) oder kein Pool erreichbar fortsetzen bzw. Pool-Daten prüfen
NerdOS: Lüfter ab dem ersten Start auf 100 % Original-NerdOS steht ab Werk auf „Manuell“ mit 100 % auf „Automatische Lüftersteuerung (PID)“ umstellen (siehe NerdOS unten)
NerdOS: Lüfter 100 %, Display „MINER OVERHEATED“ oder „VREG OVERHEATED“ Abschalt-Temperatur erreicht, Chips abgeschaltet Ursache beheben, dann neu starten

Schritt 1: Lüftersteuerung in AxeOS einstellen

Seite Settings in AxeOS 2.15 beim Bitaxe Gamma: Frequency 525 (Default), Core Voltage 1150 (Default), Automatic Fan Control angehakt, Target Temperature 60 °C, Minimum Fan Speed 25 %
Die Regler für die Lautstärke: Automatic Fan Control, Target Temperature und Minimum Fan Speed, hier mit den Werkswerten des Gamma.

Ab Werk regelt „Automatic Fan Control“ den Lüfter so, dass der Chip bei der „Target Temperature“ von 60 °C bleibt. Dahinter steckt ein PID-Regler: Er vergleicht die geglättete Chiptemperatur (bei zwei Sensoren die höhere) mit dem Ziel und stellt die Drehzahl zwischen „Minimum Fan Speed“ und 100 % ein. Alle Werte findest du auf der Seite Settings; sie gelten sofort nach Save, ohne Neustart. Was die übrigen Felder bedeuten, erklärt AxeOS erklärt.

  • Target Temperature (35 bis 66 °C, ab Werk 60 °C): der wichtigste Regler für die Lautstärke. Mit 62 bis 65 °C darf der Chip etwas wärmer werden, und der Lüfter dreht langsamer. Höher lohnt nicht: Ab 70 °C warnt das Dashboard, über 75 °C greift der Schutz, und für den Dauerbetrieb sind 65 °C am Chip ein guter Richtwert.
  • Minimum Fan Speed (0 bis 99 %, ab Werk 25 %): die Drehzahl, unter die der Lüfter nie fällt. Sie wirkt nur, wenn der Chip auch mit dieser Drehzahl unter dem Ziel bleibt, etwa im kühlen Raum oder mit gesenkter Spannung. Senke sie nur in kleinen Schritten und schau danach auf den Spannungsregler, denn die Regelung berücksichtigt allein den Chip.
  • Fan Speed (nur ohne Automatik): eine feste Drehzahl, die die Temperatur ignoriert. Unter 33 % warnt AxeOS mit „Danger: Could Cause Overheating“. Für den Alltag ist das nichts, zum Probehören (siehe Schritt 4) ist es praktisch.
Karten Power, Heat und Fan im Dashboard von AxeOS 2.15: Power 15,6 W, Input Voltage 5,1 V mit Marke bei 5 V, ASIC Frequency 525 MHz, Measured ASIC Voltage 1,15 V, ASIC Temperature 57,9 °C mit Zielmarke 60 °C, Voltage Regulator Temperature 51 °C, Fan Speed 46 %
Heat und Fan zeigen, ob die Einstellung passt: Zielmarke auf dem Balken der Chiptemperatur, Lüfter in Prozent (Beispielansicht).

Ob die Einstellung passt, zeigt das Dashboard. In der Karte Heat markiert AxeOS 2.15 die Zieltemperatur auf dem Balken „ASIC Temperature“, darunter steht die „Voltage Regulator Temperature“. Die Karte Fan zeigt die Drehzahl in Prozent und beim Überfahren mit der Maus in U/min. Gib dem Regler nach jeder Änderung eine halbe Stunde und vergleiche dann Lüfter-Prozent, Chip- und Reglertemperatur. Die Feldnamen gelten für AxeOS 2.15, aktuell 2.15.3; ältere Versionen aktualisierst du am einfachsten über flasher.bitaxe.de, wo OSM-OS vorausgewählt ist; mit „Konfiguration behalten“ bleiben WLAN und Pool erhalten. Die Schritte stehen in der Update-Anleitung.

Schritt 2: Aufstellort, Raumtemperatur und Unterlage

Mit eingeschalteter Automatik landet jedes Grad Raumtemperatur zuerst in der Lüfterdrehzahl: Der Regler hält den Chip beim Ziel und dreht dafür höher. Eine Einstellung, die im kühlen Winterzimmer kaum auffällt, kann im Hochsommer deutlich lauter sein. Erst wenn der Lüfter schon mit 100 % läuft, steigt die Chiptemperatur weiter. Bitaxe-Entwickler Skot sagt es knapp: Läuft der Lüfter schon auf 100 %, lässt sich die Temperatur nur noch durch Heruntertakten senken, und die Raumtemperatur hat großen Einfluss auf die Betriebstemperatur (Diskussion 892).

  • Frei aufstellen: nicht im geschlossenen Regalfach oder Schrank, wo sich die warme Abluft staut und wieder angesaugt wird. Der Lüfter braucht freie Zuluft.
  • Weg von Wärmequellen: nicht über der Heizung, nicht in der Sonne und nicht direkt neben anderen warmen Geräten.
  • Abstand zum Ohr: Der Schalldruck fällt mit der Entfernung, im freien Raum um rund 6 dB je doppeltem Abstand, im Zimmer wegen der Reflexionen etwas weniger. Ein Miner auf dem Regal gegenüber ist deshalb leiser als einer neben der Tastatur. Der Umzug vom Schlafzimmer ins Arbeitszimmer löst das Problem oft ganz ohne neue Teile.
  • Unterlage entkoppeln: Steht der Miner direkt auf einer Tischplatte, kann sie die Vibrationen des Lüfters als Brummen weitergeben. Stell den Miner in den 3D-gedruckten Ständer, der beim Bitaxe Gamma im Lieferumfang ist, und leg eine weiche Unterlage wie Filz oder Moosgummi darunter.

Schritt 3: Weniger Wärme durch Takt und Spannung

Der Lüfter muss so viel Wärme abführen, wie der Miner Strom aufnimmt. Ein Gamma ab Werk (525 MHz, 1150 mV) braucht an der Steckdose rund 17 W. Übertaktet auf 625 MHz und 1250 mV sind es rund 25 W, also rund die Hälfte mehr Wärme für knapp 20 % mehr Hashrate. Wer übertaktet hat und es leiser will, geht zuerst zurück auf die Werkswerte: in Settings die Einträge mit „(Default)“ wählen, Save.

Noch ruhiger wird es mit weniger Takt und weniger Spannung. Die Leistung des Chips wächst ungefähr mit dem Takt mal dem Quadrat der Spannung, die Hashrate nur mit dem Takt. Ein sinnvolles Leise-Profil für den Gamma ist 490 MHz und 1100 mV. Beides steht in der normalen Auswahlliste, einen Overclock-Modus brauchst du dafür nicht. AxeOS erwartet dann rund 1,00 statt 1,07 TH/s, knapp 7 % weniger Hashrate. Die Chipleistung sinkt nach der Faustformel um rund 15 %, und entsprechend weniger Wärme muss der Lüfter wegschaffen.

Nur den Takt zu senken, spart Watt und damit Lüfterdrehzahl, macht den Miner aber nicht effizienter. Die Spannung zu senken, macht ihn leiser und effizienter, bis sie für den Takt nicht mehr reicht. Ob sie reicht, prüfst du nach einer Stunde: Das Stundenmittel der Hashrate sollte mindestens 95 % von „Expected“ erreichen, und der Error im Dashboard sollte niedrig bleiben; dauerhaft unter 0,1 % ist sehr gut. Was der Error bedeutet, steht in Hashrate Error beim Bitaxe.

Grenzen nach unten beim Gamma: Die Auswahlliste endet bei 400 MHz und 1000 mV. Unter 1000 mV arbeitet der Spannungsregler nicht, AxeOS meldet dann einen Power Fault. Weil der Überhitzungsschutz im Ernstfall 100 mV abzieht, bist du mit 1100 mV oder mehr auf der sicheren Seite; wer tiefer geht, muss nach einer Überhitzung die Core Voltage selbst korrigieren. Mehr zu Takt, Spannung und Grenzen steht im Overclocking-Guide; was weniger Watt über das Jahr sparen, rechnet Bitaxe Stromverbrauch vor.

Schritt 4: Noctua NF-A4x20 5V PWM statt Serienlüfter

Noctua NF-A4x20 5V PWM von vorn: 40-mm-Lüfter mit beigem Rahmen und braunen Rotorblättern, leiser Ersatz für den Serienlüfter des Bitaxe Gamma
Der Noctua NF-A4x20 5V PWM hat denselben 40-mm-Rahmen wie der Serienlüfter des Gamma.

Der Serienlüfter des Gamma ist ein einfacher 40-mm-Lüfter, im Test von draeger-it mit 5.200 U/min angegeben. Der Noctua NF-A4x20 5V PWM hat denselben Rahmen von 40 × 40 × 20 mm, läuft an 5 V mit 0,5 W und bleibt über das PWM-Signal an der Lüftersteuerung von AxeOS. In der Messung oben war der Gamma mit ihm aus 5 cm mindestens rund 12 dB leiser. Auch die Hardware-Doku des Gamma empfiehlt einen Noctua mit 5 V und PWM (dort das flachere NF-A4x10), mit der Begründung „for a much more pleasant experience“.

Zwei Details entscheiden. Erstens die Spannung: Der Gamma versorgt den Lüfter mit 5 V, und dieselbe Doku warnt ausdrücklich: „Make sure to get a 5V fan! 12V spin, but slowly overheating your Bitaxe“. Ein 12-V-Lüfter läuft an 5 V also zwar, kühlt aber nicht ausreichend. Achte beim Kauf auf „5V PWM“ im Namen. Zweitens bewegt der Noctua nach Rückmeldung unserer Kunden etwas weniger Luft als der Serienlüfter. Die Automatik gleicht das aus, indem sie ihn etwas höher drehen lässt. Im Normalbetrieb ist das kein Problem; am Temperaturlimit, etwa beim Übertakten, ist mehr Kühlfläche der bessere Schritt.

Passt der Stecker?

Auf der Platine des Gamma gibt es zwei parallel geschaltete Lüfteranschlüsse: eine 4-polige Stiftleiste im Raster 2,54 mm, wie sie auch PC-Lüfter nutzen, und eine kleine 4-polige JST-SH-Buchse im Raster 1 mm. Der Noctua hat den üblichen PC-Stecker. Ist die Stiftleiste bestückt, steckst du ihn einfach auf. Bei manchen Geräten steckt der Serienlüfter aber in der kleinen Buchse, und die Stiftleiste fehlt; im Test von draeger-it musste sie eingelötet werden. Schau deshalb vor dem Kauf auf die Platine. Bist du unsicher, schick unserem Support ein Foto.

Lüfter tauschen: so gehst du vor

  1. Vorher notieren: nach einer Stunde Betrieb Lüfter-Prozent, Drehzahl (Tooltip der Karte Fan), Chip- und Reglertemperatur.
  2. Miner vom Strom trennen.
  3. Den Lüfter vom Kühlkörper abschrauben; im Test von draeger-it waren es Kreuzschlitzschrauben für einen PH1-Schraubendreher. Halte dabei den Kühlkörper fest, damit er sich nicht vom Chip abhebt.
  4. Alten Stecker abziehen und den Noctua auf die 4-polige Stiftleiste stecken. Den Lüfter in derselben Luftrichtung einsetzen wie den alten; viele Lüfter tragen dafür Pfeile am Rahmen.
  5. Das Kabel so verlegen, dass es nicht in die Rotorblätter gerät, dann festschrauben.
  6. Einschalten und nach einer Stunde vergleichen: Die Karte Fan muss eine Drehzahl zeigen, der Chip sollte bei der Zieltemperatur liegen. Dass der Noctua dafür etwas mehr Prozent braucht, ist normal.

Neue Wärmeleitpaste brauchst du für den reinen Lüftertausch nicht, denn der Kühlkörper bleibt auf dem Chip. Anders ist es, wenn er sich beim Schrauben verschoben oder abgehoben hat. Das merkst du daran, dass der Lüfter danach deutlich höher dreht als vorher oder dauerhaft auf 100 % steht. Dann Kühler abnehmen, alte Paste restlos entfernen, frische auftragen und neu montieren.

Rattern, Schleifen, Fiepen: woher kommt das Geräusch?

Nicht jedes Geräusch ist Drehzahl. Zwei schnelle Tests helfen beim Zuordnen:

  • Lüfter probehören: In Settings „Automatic Fan Control“ kurz ausschalten, „Fan Speed“ nacheinander auf etwa 40, 70 und 100 % stellen und jeweils Save klicken. Ändert sich das Geräusch mit der Drehzahl, kommt es vom Lüfter. Danach die Automatik sofort wieder einschalten.
  • Mining pausieren: Der Knopf „Pause Mining“ oben rechts schaltet den Chip ab und lässt den Lüfter mit 30 % weiterlaufen. Verschwindet ein hohes Fiepen dabei, obwohl der Lüfter weiterläuft, kommt es aus der Stromversorgung, also vom Netzteil oder aus der Spannungswandlung auf dem Board. Ein Test mit einem anderen passenden Netzteil zeigt, ob es am Netzteil liegt; worauf es dabei ankommt, steht in Netzteil für Bitaxe. Mit „Resume Mining“ geht es weiter.

Ein Lüfter, der schleift, rattert oder bei gleicher Prozentzahl deutlich weniger U/min zeigt als früher, hat meist ein verschlissenes Lager; dann hilft nur ein neuer. Staub zwischen den Lamellen des Kühlkörpers lässt den Lüfter dagegen dauerhaft höher drehen. Vorsichtig ausblasen und den Lüfter dabei festhalten.

Schritt 5: Mehr Kühlfläche mit ICE Tower oder AXP60

ICE Tower Low Profile Kit: flacher Lamellenkühler mit vier gebogenen Kupfer-Heatpipes, darauf ein 60-mm-Noctua-Lüfter, darunter die schwarze 3D-gedruckte Halterung
Mehr Fläche statt mehr Drehzahl: das ICE Tower Low Profile Kit mit vier Heatpipes und 60-mm-Noctua.

Ein größerer Kühler gibt dieselbe Wärme bei niedrigerer Drehzahl ab. Mit Automatik siehst du den Gewinn deshalb nicht in erster Linie an der Temperatur, sondern daran, dass der Lüfter für dasselbe Ziel weniger Prozent braucht. Das ist der Schritt für warme Räume, Dauerbetrieb und alle, die übertakten und trotzdem Ruhe wollen.

Upgrade Passt auf Was es bringt Preis
ICE Tower Kit Bitaxe Gamma, Nerdaxe Gamma Turmkühler mit 40-mm-Noctua; Halterung mit 4-Pin-Aufnahme, Wärmeleitpaste, vier Montagepins und PWM-Y-Splitter liegen bei 49,00 €
ICE Tower Low Profile Kit Bitaxe Gamma, Nerdaxe Gamma vier Kupfer-Heatpipes, flacher Lamellenblock und 60-mm-Noctua; die kräftigste Stufe der ICE-Tower-Reihe 69,00 €
AXP60 Copperzilla 3.0 Bitaxe Gamma, Nerdaxe Gamma 210 g Vollkupfer, zwei Heatpipes und 60-mm-Lüfter; puffert Lastspitzen und schafft Reserve fürs Übertakten 59,00 €
Kupfer Kühlkörper Bitaxe- und NerdQaxe-Boards kleine Kühler für Spannungsregler und andere Hotspots; senken die Reglertemperatur, nicht die Lautstärke 5,00 €
Noctua NF-A6x15 60-mm-Plätze, etwa NerdQaxe Copper Pro und Performance Case 60 × 60 × 15 mm, 5 V, laut Hersteller 19,8 dB 30,00 €

Beim Wechsel des Kühlers gehört immer frische Wärmeleitpaste auf den Chip, bei den ICE-Tower-Kits liegt sie bei. Die kleinen Kupfer-Kühlkörper gehören mit einem elektrisch isolierenden Wärmeleitpad auf das Bauteil und dürfen nie zwei Kontakte gleichzeitig berühren, sonst droht ein Kurzschluss.

Warum der Spannungsregler eigene Kühler bekommt: Die Lüftersteuerung von AxeOS schaut nur auf den Chip, und der Lüfter über dem Kühlkörper kühlt den Regler kaum. Beim Übertakten wird er deshalb oft zur Grenze, im Normalbetrieb selten. Für die Lautstärke bringen die kleinen Kühler nichts, für die Reserve schon.

Auf NerdQaxe und NerdOctaxe passen ICE Tower und AXP60 nicht. Dort sind ab Werk größere Lüfter verbaut, beim NerdQaxe++ ein 92-mm-Lüfter; der Copper Pro bringt einen Vollkupfer-Kühler mit, und beim Hydro entsteht das Geräusch am Radiator statt auf der Platine. Der Bitaxe Copperzilla hat den Kupferkühler schon ab Werk, nutzt die Reserve aber für mehr Takt (750 statt 525 MHz). Wer ihn vor allem leise will, nimmt den Takt zurück.

Nerdaxe und NerdQaxe: Lüftersteuerung in NerdOS

Die Nerd-Geräte laufen nicht mit AxeOS, sondern mit NerdOS, der Firmware von shufps, aktuell Version 1.1.0.1. Die Lüfter stellst du unter Settings in der Karte „Lüftersteuerung“ ein, in der englischen Oberfläche „Fan Controller“. Die Oberfläche startet auf Englisch; Deutsch wählst du in der Karte „Language / Langue“.

  • Ab Werk laut: Die Original-Firmware lässt den Lüfter auf „Manuell“ mit 100 % laufen. Stell die „Lüftersteuerung“ auf „Automatische Lüftersteuerung (PID)“ und trag unter „Zieltemp (°C)“ 60 °C ein, für mehr Ruhe bis 65 °C. OSM-OS stellt die PID-Regelung mit 60 °C schon ab Werk ein, der NerdQaxe++ in Revision 7 regelt von Anfang an auf 65 °C.
  • Ein-Lüfter-Boards wie der Nerdaxe Gamma: Die Option „PID verwendet die höhere von ASIC- und VReg-Temperatur“ ist ab Werk an. Anders als AxeOS berücksichtigt NerdOS damit auch den Spannungsregler. Auf den 40-mm-Platz passt der Noctua NF-A4x20 5V PWM wie beim Bitaxe Gamma.
  • Zwei-Lüfter-Boards wie der NerdQaxe++: Der Abschnitt „Spannungsregler“ steht auf „Gekoppelt“. Der Regler-Lüfter folgt dann dem Chip-Lüfter, und die Regelung nimmt die höhere der beiden Temperaturen.
  • „Abschalt-Temperatur (ASICs)“, ab Werk 70 °C: Wird sie überschritten, schaltet NerdOS die Kernspannung ab, stellt die Lüfter auf 100 % und zeigt „MINER OVERHEATED“ oder „VREG OVERHEATED“. Von selbst läuft der Miner nicht wieder an; nach dem Beheben der Ursache neu starten. Diesen Wert solltest du nicht erhöhen, um Ruhe zu gewinnen.

Der PID-Regler von NerdOS lässt den Lüfter nicht unter 15 % fallen; eine einstellbare Mindestdrehzahl wie in AxeOS gibt es nicht. Änderungen an der Lüftersteuerung gelten nach dem Speichern ohne Neustart. Ein NerdQaxe++ bleibt auch gut eingestellt hörbar, denn rund 76 W Abwärme müssen über den 92-mm-Lüfter und den Lüfter am Regler weg; eine eigene Schallmessung haben wir nicht. Mehr zum Gerät steht im NerdQaxe++ Test, die Unterschiede der beiden Familien im Vergleich Bitaxe vs. Nerdaxe.

Die Reihenfolge in der Praxis

  1. Ausgangslage festhalten: nach einer Stunde Lüfter-Prozent, U/min, Chip- und Reglertemperatur und das Stundenmittel der Hashrate notieren. Fürs Gehör mit einer Schallpegel-App auf dem Handy messen, immer von derselben Stelle, aus demselben Abstand (etwa 1 m) und zur selben Tageszeit. Die absoluten Werte von Handy-Apps sind ungenau, der Vergleich vorher und nachher klappt trotzdem.
  2. Settings prüfen: „Automatic Fan Control“ an, Frequency und Core Voltage auf den gewünschten Werten.
  3. Target Temperature auf 62 bis 65 °C stellen, eine halbe Stunde warten, vergleichen.
  4. Aufstellort verbessern: frei, kühl, entkoppelt.
  5. Wenn übertaktet: zurück auf die Werkswerte, oder das Leise-Profil 490 MHz mit 1100 mV.
  6. Den Noctua NF-A4x20 5V PWM einbauen, wenn der Lüfter weiter stört.
  7. Einen größeren Kühler montieren, wenn der Lüfter trotz allem hoch dreht oder du übertakten willst.
Eine Änderung pro Durchgang, sonst weißt du nicht, was geholfen hat. Nach jedem Schritt gilt derselbe Test: Chip bis 65 °C, Spannungsregler bis 85 °C, Stundenmittel der Hashrate mindestens 95 % von Expected, Error niedrig, keine Neustarts. Die Miner-Diagnose geht „Zu laut oder zu heiß“ Schritt für Schritt durch; alle Geräte nebeneinander zeigt der Miner-Vergleich.

Häufige Fragen zum Bitaxe leiser machen

Warum läuft mein Bitaxe-Lüfter plötzlich dauerhaft auf 100 %?

Meist hat der Überhitzungsschutz von AxeOS ausgelöst. Er schaltet „Automatic Fan Control“ aus, stellt den Lüfter fest auf 100 % und senkt Takt und Spannung um 100 MHz und 100 mV. Die Automatik bleibt danach aus, bis du sie in Settings wieder einschaltest; stell dabei auch Frequency und Core Voltage zurück und such die Ursache der Überhitzung.

Welche Target Temperature ist beim Bitaxe sinnvoll?

Ab Werk sind es 60 °C, einstellbar sind 35 bis 66 °C. Für einen leiseren Lüfter sind 62 bis 65 °C ein guter Bereich. Höher lohnt nicht: Ab 70 °C warnt das Dashboard, über 75 °C stoppt der Überhitzungsschutz das Mining.

Wie weit darf ich Minimum Fan Speed senken?

Ab Werk steht sie auf 25 %, und dabei kannst du es meist lassen. Sie wirkt nur, wenn der Chip auch bei dieser Drehzahl unter dem Ziel bleibt. Senkst du sie, dann in kleinen Schritten und mit Blick auf die Reglertemperatur, denn die Regelung berücksichtigt nur den Chip; dauerhaft bis 85 °C am Regler ist gut.

Wie laut ist ein Bitaxe Gamma?

In einer Messung aus 5 cm Abstand kam ein Gamma 601 mit Serienlüfter auf 41,8 dB im Mittel, mit Noctua NF-A4x20 5V PWM auf 30 dB. Aus normaler Sitzentfernung ist es deutlich weniger. Wie laut er im Alltag ist, hängt vor allem von Takt, Raumtemperatur und Lüftersteuerung ab.

Lohnt sich ein Noctua-Lüfter beim Bitaxe?

Ja, wenn dich das Geräusch stört: In der Messung war der Gamma mit dem NF-A4x20 5V PWM mindestens rund 12 dB leiser, bei gleichem Rahmen und gleicher Lüftersteuerung. Er kühlt nicht besser, die Automatik lässt ihn etwas höher drehen. Prüf vorher, ob dein Board die 4-polige Stiftleiste für den PC-Stecker hat.

Noctua NF-A4x20 mit 5 V oder 12 V?

Für Bitaxe Gamma und Nerdaxe Gamma immer die Version mit 5 V und PWM. Die Boards versorgen den Lüfter mit 5 V; ein 12-V-Lüfter läuft daran zwar, kühlt aber nicht ausreichend, und die Hardware-Doku des Gamma warnt ausdrücklich vor Überhitzung. Achte auf „5V PWM“ im Produktnamen.

Muss ich beim Lüftertausch neue Wärmeleitpaste auftragen?

Für den reinen Lüftertausch nicht: Der Lüfter ist auf den Kühlkörper geschraubt, und der Kühlkörper bleibt auf dem Chip. Hat sich der Kühler dabei verschoben oder abgehoben, oder tauschst du den ganzen Kühler, gehört frische Paste auf den Chip. Ein Zeichen dafür ist ein Lüfter, der nach dem Tausch deutlich höher dreht als vorher.

Wird mein Bitaxe mit dem Noctua heißer?

Mit „Automatic Fan Control“ hält AxeOS den Chip bei der Zieltemperatur, der leisere Lüfter dreht dafür etwas höher. Nur wenn er schon mit 100 % läuft, steigt die Temperatur. Das passiert vor allem bei starkem Übertakten oder im heißen Raum; dann ist ein größerer Kühler der bessere Schritt.

Macht Untertakten den Bitaxe leiser?

Ja, weil weniger Wärme entsteht. Ein Leise-Profil für den Gamma ist 490 MHz mit 1100 mV, beides in der normalen Auswahlliste; das kostet knapp 7 % Hashrate. Danach prüfen, ob das Stundenmittel der Hashrate mindestens 95 % von Expected erreicht.

Kann ich den Bitaxe nachts pausieren?

Ja. In AxeOS schaltet „Pause Mining“ oben rechts den Chip ab, der Lüfter läuft dann mit 30 % weiter; „Resume Mining“ oder ein Neustart setzen fort. Ganz still wird es nur ohne Strom, etwa mit einer Zeitschaltuhr. Nach dem Einschalten verbindet sich der Miner mit dem WLAN und rechnet von selbst weiter.

Ab welcher Temperatur greift AxeOS ein?

Ab 70 °C am Chip warnt das Dashboard mit „Danger: High Temperature“. Über 75 °C am Chip oder über 105 °C am Spannungsregler stoppt AxeOS das Mining, stellt den Lüfter auf 100 % und rechnet danach mit 100 MHz und 100 mV weniger weiter. Für den Dauerbetrieb sind 65 °C am Chip und 85 °C am Regler ein guter Richtwert.

Wie mache ich einen NerdQaxe++ leiser?

In NerdOS unter Settings in der Karte „Lüftersteuerung“ die „Automatische Lüftersteuerung (PID)“ mit 60 bis 65 °C wählen, sonst laufen die Lüfter mit der Original-Firmware auf 100 %. Der Lüfter des Spannungsreglers bleibt auf „Gekoppelt“. ICE Tower, AXP60 und der 40-mm-Noctua passen nicht; für die 60-mm-Plätze von Copper Pro und Performance Case gibt es den Noctua NF-A6x15.

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