Bitaxe Miner Guide: Was ein Bitaxe ist, wie er arbeitet und welcher zu dir passt
Ein Bitaxe ist ein Bitcoin-Miner im Kleinformat: ein Bitmain-ASIC auf einer offenen Platine, ein ESP32-S3 als Steuerung, ein Lüfter und die Weboberfläche AxeOS im Browser. Er tut technisch dasselbe wie eine Maschine im Rechenzentrum, beim Gamma mit rund 17 Watt auf dem Schreibtisch. Dieser Guide erklärt, wie er arbeitet, welche Modelle es gibt, wie du ihn einrichtest und für wen er gedacht ist.
Aktualisiert am 26. September 2026
Was ist ein Bitaxe?
Ein Bitaxe ist ein kleiner, quelloffener Bitcoin-Miner für zuhause. Auf seiner Platine sitzt ein ASIC-Chip von Bitmain, derselbe Typ wie in großen Industrie-Minern, gesteuert von einem ESP32-S3 mit der Firmware AxeOS. Der Bitaxe Gamma rechnet rund 1,1 TH/s bei etwa 17 Watt, verbindet sich per WLAN mit einem Pool und kann solo einen ganzen Block finden.
Das Projekt hat Skot 2022 als offenes Hardware-Projekt auf GitHub begonnen: Ein einzelner ASIC, wie er in großer Zahl in einem Antminer steckt, bekommt eine eigene, offene Platine, dazu eine offene Firmware. Aus dem ersten Bitaxe Max mit dem BM1397 sind inzwischen mehrere Baureihen geworden; der heute verbreitete Gamma mit dem BM1370 kam 2024. Ein Antminer S21 Pro nutzt denselben Chiptyp, nur viele davon auf drei Hashboards, und zieht mehrere Kilowatt. Ein Bitaxe trägt einen Chip und braucht einen freien Platz im Regal. Die Rechenarbeit ist dieselbe: SHA-256-Hashes auf einer Blockvorlage.
Der Bitaxe ist deshalb kein Spielzeug, sondern ein vollwertiger Miner mit der Hashrate eines Chips. Jeder Hash, den er rechnet, hat dieselbe Chance auf einen Block wie jeder Hash einer Farm. Was sich unterscheidet, ist die Anzahl: Ein Gamma rechnet ab Werk rund 1,07 Billionen Hashes pro Sekunde, das Netzwerk rund 920 Trillionen. Wo du einen kaufst und worauf du dabei achten solltest, steht in Bitaxe kaufen.
Wie ein Bitaxe arbeitet
- Der ASIC (BM1370) ist ein Chip, der nichts anderes kann als SHA-256 rechnen, beim Gamma ab Werk mit 525 MHz rund 1,07 Billionen Mal pro Sekunde. Beim Nerdaxe Gaia ist es der neuere BM1373 (2,4 bis 2,8 TH/s bei 26 bis 31 W), beim Bitaxe 702 sind es sechs ältere BM1368.
- Der ESP32-S3 ist der Mikrocontroller daneben: Er verbindet sich per 2,4-GHz-WLAN, holt vom Pool die Blockvorlage, gibt sie dem ASIC, sammelt die Ergebnisse, regelt Lüfter und Spannung und liefert die Weboberfläche aus.
- AxeOS ist diese Weboberfläche (Firmware ESP-Miner, Open Source auf GitHub, aktuell Version 2.15.3). Du öffnest die IP des Miners im Browser, seit 2.15 auch den Hostnamen wie
http://bitaxe.local, und siehst Hashrate, Temperatur, Shares und Best Difficulty; auf der Seite Pool trägst du Pool und Bitcoin-Adresse ein. Kein Konto, keine App, kein Server des Herstellers. Die Nerd-Geräte laufen mit NerdOS, einem Zweig derselben Firmware. - Der Spannungsregler macht aus 5 V (beim Gamma) rund 1,15 V für den ASIC. Er ist das Bauteil, das beim Übertakten zuerst an seine Grenze kommt, nicht der Chip.
- Lüfter und Kühlkörper halten den ASIC kühl, ab Werk regelt AxeOS auf 60 °C Zieltemperatur. Ab 70 °C warnt das Dashboard, über 75 °C am Chip oder 105 °C am Spannungsregler stoppt AxeOS das Mining und startet mit 100 MHz und 100 mV weniger neu. Ab vier Chips (NerdQaxe) wird es ein 92-mm-Lüfter oder Wasser.
Der Ablauf im Betrieb: Der Pool schickt eine Blockvorlage, der ASIC probiert Nonces durch, jeder Hash unter der Pool-Difficulty geht als Share zurück, als Nachweis, dass der Miner arbeitet, und ein Hash unter der Netzwerk-Difficulty ist ein Block. Im Schnitt alle zehn Minuten findet irgendwer weltweit einen, und das Spiel beginnt von vorn. Was das für deine Chance heißt, rechnet Bitaxe Block finden vor.
Die Modelle
Die Bitaxe-Familie reicht von einem Chip bis zu acht Chips. Nerdaxe, NerdQaxe und NerdOctaxe sind offene Weiterentwicklungen auf derselben Basis, mit eigenen Platinen, großem Display und der Firmware NerdOS. Die Werte sind Richtwerte aus Firmware, Messungen und Herstellerangaben:
| Modell | ASIC | Hashrate | Leistung | Lautstärke | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Bitaxe Gamma 601 | 1 × BM1370 | ~1,1 bis 1,2 TH/s | ~17 W | leise, Schreibtisch | 139,00 € |
| Bitaxe Copperzilla | 1 × BM1370 | ~1,5 TH/s | ~23 bis 30 W | leise, Kupferkühler | 179,00 € |
| Nerdaxe Gamma | 1 × BM1370 | ~1,05 bis 1,3 TH/s | ~17 bis 21 W | leise, 1,9-Zoll-Display | 159,00 € |
| Nerdaxe Gaia | 1 × BM1373 | ~2,4 bis 2,8 TH/s | ~26 bis 31 W | hörbar, 1,9-Zoll-Display | 249,00 € |
| Bitaxe GT | 2 × BM1370 | 2,15 TH/s | ~43 W | hörbar | 229,00 € |
| Bitaxe 702 | 6 × BM1368 | ~3,75 TH/s | ~75 bis 90 W | deutlich hörbar | 239,00 € |
| NerdQaxe++ | 4 × BM1370 | ~4,8 TH/s | ~76 W | 92-mm-Lüfter, Arbeitszimmer | 349,00 € |
| NerdQX | 4 × BM1370 | ~6 bis 8 TH/s | ~140 bis 160 W | ~38 dB laut Hersteller, im Gehäuse | 469,00 € |
| NerdOctaxe | 8 × BM1370 | bis ~12 TH/s | ~160 bis 200 W | Technikraum | 699,00 € |
Für den ersten Miner ist der Gamma die richtige Wahl: leise genug fürs Wohnzimmer, rund 3,70 € Strom im Monat, in zehn Minuten eingerichtet. Der Nerdaxe Gamma ist dieselbe Klasse mit großem Display, der Gaia die effizienteste Variante (rund 11 bis 12,5 J/TH). Wer mehr Chance will, nimmt den NerdQaxe++ mit gut vierfacher Hashrate. Die ausführliche Gegenüberstellung steht in Bitaxe oder Nerdaxe, alle Geräte mit Preisen und Verfügbarkeit im Miner-Vergleich.
Die Zahl hinter dem Namen nennt Baureihe und Platinenrevision: 601, 602 und 603 sind Revisionen des Gamma mit gleichem Chip und gleichen Werkswerten, 801 ist der Gamma Turbo (GT), 702 der Supra Hex. Eine Übersicht aller Boards steht in Bitaxe kaufen.
Bitaxe Gamma | 1.3 TH/s
Nerdaxe Gamma | 1.3 TH/s
NerdQaxe++ | 4,8 TH/s
Einrichtung in zehn Minuten
- Netzteil anstecken (beim Gamma 5 V / 6 A, liegt bei). Display und Lüfter starten nach wenigen Sekunden.
- Mit dem Handy das offene WLAN
Bitaxe_XXXXverbinden. Die Einrichtungsseite öffnet sich meist von selbst, sonsthttp://192.168.4.1aufrufen. Dort nur Hostname, WLAN-Name und Passwort deines 2,4-GHz-Netzes eintragen, speichern und neu starten. Der Miner zeigt danach seine IP auf dem Display. - Die IP im Browser öffnen, seit AxeOS 2.15 geht auch der Hostname, etwa
http://bitaxe.local. Im Menü links Pool wählen und eintragen: Stratum Hoststratum.bitaxe.de, Stratum Port3333, User = deine Bitcoin-Adresse, Passwordx. Wer verschlüsselt minen will, stellt Stratum Protocol auf Stratum V2 mit Port3336. Die Werte zum Kopieren liefert der Pool-Konfigurator. - Speichern und neu starten. Nach ein bis zwei Minuten steigen die Shares, die ASIC-Temperatur pendelt sich bei der Zieltemperatur ein. Fertig.
Die Anleitung mit Bildern: Bitaxe einrichten, für den Gamma im Detail Bitaxe Gamma 601 einrichten, für die Nerd-Geräte mit NerdOS Nerdaxe und NerdQaxe. Läuft etwas nicht, führt die Miner-Diagnose in wenigen Klicks zur Ursache. Was jede Anzeige in AxeOS bedeutet, steht in AxeOS erklärt, was der Wert „Error“ in der Hashrate-Kachel sagt, in Hashrate Error erklärt.
Firmware aktuell halten
Aktuell ist AxeOS 2.15.3 vom 20. September 2026, für die Nerd-Geräte NerdOS 1.1.0.1. Am einfachsten aktualisierst du mit flasher.bitaxe.de im Browser per USB-Kabel. Vorausgewählt ist OSM-OS, unsere optimierten Builds und unsere Empfehlung, die Originale kannst du jederzeit wählen; mit dem Häkchen „Konfiguration behalten“ bleiben WLAN, Pool und Adresse erhalten. Ohne Kabel geht es in AxeOS auf der Seite Update: Seit 2.15 reicht dort die Datei esp-miner.bin, und unter „Installed Firmware“ kommst du mit „Activate“ zur vorigen Version zurück. Alle Wege beschreibt die Update-Anleitung.
Solo oder Pool?
Ein Bitaxe kann beides, sinnvoll ist Solo: Im klassischen Pool bringt ein Gamma im Schnitt rund 50 Satoshi am Tag, knapp 4 Cent, weniger als seine gut 12 Cent Strom. Im Solo-Modus spielt er stattdessen in jeder Ziehung um den ganzen Block (3,125 BTC plus Gebühren), mit einer Chance von rund 1 zu 16.900 pro Jahr. Unser Solo-Pool pool.bitaxe.de nimmt dafür keine Gebühr, zahlt einen Fund direkt an deine Adresse und kann Stratum V2. Hintergrund und Zahlen: Solo Mining.
Für wen ein Bitaxe gedacht ist
Für alle, die Bitcoin nicht nur halten, sondern verstehen und daran teilnehmen wollen: eigene Hashrate im Netzwerk, ein Gerät, dessen Firmware man lesen kann, ein Los in jeder Ziehung, für rund 3,70 € Strom im Monat. Für Bastler, die übertakten, Kühler tauschen und den Miner an die eigene Node hängen wollen. Und für Einsteiger, die in zehn Minuten einen funktionierenden Miner haben möchten, ohne Linux und ohne Lötkolben.
Nicht gedacht ist er für alle, die eine Rendite erwarten: Ein Bitaxe verdient im Erwartungswert weniger, als er an Strom kostet. Wer damit Geld machen will, braucht eine Halle, keinen Schreibtisch. Und er ist keine Blackbox: Wer ein Gerät will, das man anschließt und nie wieder ansieht, ist mit dem Avalon Nano 3S besser bedient.
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