Solo Mining: Was ist das, wie funktioniert es und für wen lohnt es sich?
Beim Solo Mining sucht dein Miner allein nach dem nächsten Bitcoin-Block – findet er ihn, gehört die gesamte Belohnung von 3,125 BTC plus Gebühren dir. Dazwischen gibt es nichts. Diese Seite erklärt, wie das technisch läuft, wie groß die Chance für jedes Gerät wirklich ist, was du dafür brauchst und für wen sich das lohnt.
Aktualisiert am 22. August 2026
Was Solo Mining ist
Jeder Bitcoin-Miner weltweit rechnet an derselben Aufgabe: einen Hash zu finden, der unter der aktuellen Netzwerk-Difficulty liegt. Wer ihn findet, darf den nächsten Block schreiben und bekommt die Block-Belohnung – derzeit 3,125 BTC plus die Transaktionsgebühren des Blocks, zusammen meist 3,2 bis 3,4 BTC. Im Pool Mining schließen sich viele Miner zusammen und teilen jeden Fund anteilig; jeder bekommt laufend winzige Beträge. Im Solo Mining arbeitet dein Gerät für sich allein: Die Belohnung geht vollständig an die Bitcoin-Adresse, die du im Miner eingetragen hast – per Coinbase-Transaktion, ohne Konto, ohne Verwahrung, ohne Auszahlungsschwelle. Findest du keinen Block, bekommst du nichts.
Das Wort „Pool" taucht trotzdem auf: Ein Solo-Pool wie unser pool.opensourceminers.de betreibt den Bitcoin Node und den Stratum-Server, damit dein Miner eine Blockvorlage bekommt – geteilt wird dort nichts. Die Alternative ist der eigene Node mit der App Public Pool. Beides ist echtes Solo Mining; der Unterschied ist nur, wer die Vorlage baut.
Wie Solo Mining technisch abläuft
- Der Node (deiner oder der des Solo-Pools) baut aus dem Mempool eine Blockvorlage mit deiner Adresse in der Coinbase-Transaktion und schickt sie per Stratum an den Miner.
- Der ASIC hasht die Vorlage mit wechselnden Nonces – ein Bitaxe Gamma rund 1,3 Billionen Mal pro Sekunde.
- Jeder Hash unter der Pool-Difficulty (bei uns ab 1.000) geht als Share zurück – der Nachweis, dass der Miner arbeitet. Shares zahlen nichts, sie füllen nur dein Dashboard.
- Liegt ein Hash auch unter der Netzwerk-Difficulty (rund 127 T, das sind 127 Billionen Share-Einheiten), ist es ein Block. Der Node reicht ihn ins Netzwerk ein, die Belohnung landet nach 100 Bestätigungen (rund 17 Stunden) ausgabebereit auf deiner Adresse.
- Alle zehn Minuten findet irgendjemand weltweit einen Block, die Vorlage wird erneuert, das Spiel beginnt von vorn.
Der entscheidende Punkt: Jeder Hash ist eine unabhängige Ziehung. Es gibt keinen Fortschritt, den man „ansammelt", und kein Gerät wird mit der Zeit „fälliger". Die Chance ist in jeder Sekunde gleich – und hängt nur vom Verhältnis deiner Hashrate zur Hashrate des gesamten Netzwerks ab.
Solo Mining vs. Pool Mining
| Solo Mining | Pool Mining | |
|---|---|---|
| Auszahlung | Ganzer Block (3,125 BTC + Gebühren) direkt an deine Adresse – oder nichts | Anteilig pro gefundenem Pool-Block, laufend in Satoshi-Beträgen |
| Gebühr | 0 % bei pool.opensourceminers.de, 2 % bei Solo CKPool | Meist 2 % (Braiins, OCEAN) |
| Konto / Schwelle | Kein Konto, keine Mindestauszahlung | Konto oder Adresse, Auszahlung ab Schwelle (on-chain oft 0,01 BTC) |
| Ertrag bei 1,3 TH/s | Erwartungswert ≈ 21.000 Satoshi im Jahr, real aber 0 oder alles | Rund 4 Cent am Tag, sicher – unter den Stromkosten von 10 Cent |
| Varianz | Maximal | Minimal |
| Passt, wenn du … | das Los willst und die Stromkosten als Einsatz begreifst | sehen willst, dass Zahlen sich bewegen |
Für Geräte unter 20 TH/s ist die Entscheidung einfacher, als sie klingt: Die anteiligen Beträge eines Pools liegen unter den Stromkosten, ob du also 4 Cent bekommst oder nicht, ändert an der Bilanz nichts. Das Los auf den ganzen Block ist der Grund, einen Home Miner zu betreiben. Deshalb empfehlen wir für jeden Bitaxe, Nerdaxe, NerdQaxe und NerdOctaxe: Solo.
Wie realistisch ist Solo Mining?
Das Bitcoin-Netzwerk rechnet mit rund 1.000 EH/s – eine Eins mit 21 Nullen Hashes pro Sekunde (den Live-Wert zeigt unser Netzwerk-Dashboard). Ein Bitaxe Gamma steuert 1,3 TH/s bei, also 0,00000013 Prozent. Das ist die Chance auf den nächsten Block. Über ein Jahr mit rund 52.600 Blöcken wird daraus:
| Gerät | Hashrate | Chance pro Block | Chance pro Jahr | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Bitaxe Gamma | ~1,3 TH/s | 1 zu 770 Mio. | 1 zu 15.000 | 139,00 € |
| Bitaxe GT | 2,15 TH/s | 1 zu 465 Mio. | 1 zu 8.900 | 229,00 € |
| Nerdaxe Gaia | ~2,6 TH/s | 1 zu 385 Mio. | 1 zu 7.300 | 249,00 € |
| NerdQaxe++ | ~4,8 TH/s | 1 zu 208 Mio. | 1 zu 4.000 | 349,00 € |
| NerdQX | ~8 TH/s | 1 zu 125 Mio. | 1 zu 2.400 | 429,00 € |
| NerdOctaxe | ~12 TH/s | 1 zu 83 Mio. | 1 zu 1.600 | 699,00 € |
| NerdOctaxe Hydro | 14 TH/s | 1 zu 71 Mio. | 1 zu 1.400 | 799,00 € |
Zum Vergleich: Die Chance auf den Lotto-Jackpot liegt bei 1 zu 140 Millionen pro Tipp. Ein Gamma spielt pro Jahr also so oft mit wie rund 10.000 Lotto-Tipps – für etwa 37 € Strom. Dass Home Miner Blöcke finden, ist keine Theorie: Im Januar 2023 traf ein Solo-Miner mit rund 10 TH/s, weniger als ein NerdOctaxe heute liefert. Die komplette Rechnung mit Erwartungswert und Faustformel steht in Bitaxe Block finden; für dein Gerät und deinen Strompreis rechnet der Mining-Rechner.
Was du für Solo Mining zuhause brauchst
- Einen Miner: Jeder Bitaxe, Nerdaxe, NerdQaxe oder NerdOctaxe kann solo minen – die Hashrate bestimmt nur die Chance. Der Bitaxe Gamma ist mit 15 W und unter 15 dB(A) der Einstieg, der NerdQaxe++ bringt die vierfache Chance bei 80 W.
- 2,4-GHz-WLAN und eine Steckdose. Mehr Infrastruktur braucht der Miner nicht.
- Eine Bitcoin-Adresse, deren Schlüssel du kontrollierst – Hardware-Wallet oder eigene Wallet, keine Exchange- und keine Lightning-Adresse. Dorthin zahlt der Block.
- Eine Blockvorlage: entweder unser Solo-Pool
pool.opensourceminers.de, Port3333, User = deine Adresse, Passwortx(Server in Frankfurt, 0 % Gebühr, Start-Difficulty 1.000) – oder dein eigener Node mit Public Pool auf Umbrel (umbrel.local, Port2018).
Die vier Werte für AxeOS erzeugt der Pool-Konfigurator zum Kopieren; die Einrichtung Schritt für Schritt steht in der Bitaxe-Anleitung. Wer den Node selbst betreiben will, findet den Weg in Bitaxe mit eigenem Bitcoin Node verbinden – die Chance ist dieselbe, die Blockvorlage kommt dann von dir.
Bitaxe Gamma | 1.3 TH/s
NerdQaxe ++ | 4.8 TH/s
LiquidBox V5
Für wen Solo Mining passt – und für wen nicht
Es passt, wenn du Bitcoin verstehen willst, statt nur davon zu lesen; wenn du die Vorstellung reizt, dass dein Gerät in jeder Sekunde dieselbe Chance hat wie jedes andere; wenn du eigene Hashrate ins Netzwerk bringen willst, ohne einen Pool entscheiden zu lassen, was in den Block kommt; und wenn du 3 bis 40 € Strom im Monat als Einsatz verbuchst.
Es passt nicht, wenn du regelmäßige Einnahmen erwartest, wenn „nichts passiert" dich nach drei Monaten frustriert, oder wenn du eine Rendite auf die Hardware brauchst. Dann ist ein klassischer Pool ehrlicher – oder gar kein Miner.
Warum Bitaxe für Solo Mining gemacht ist
Der Bitaxe wurde als Solo-Miner entworfen: Ein ASIC, offene Platine, offene Firmware (AxeOS), Bitcoin-Adresse statt Pool-Konto. Das Dashboard zeigt die Best Difficulty – den besten Share, den dein Gerät je gefunden hat – und macht das Los sichtbar. Mit dem Gamma beginnt es bei 15 W im Wohnzimmer; wer mehr Chance will, nimmt den NerdQaxe++ (4,8 TH/s) oder den NerdOctaxe (12 TH/s). Alle laufen mit derselben Software, denselben Pool-Werten und demselben Web-Flasher. Welches Gerät zu welchem Setup passt, steht in Bitcoin Miner kaufen.
Fazit
Solo Mining ist die ehrlichste Form, an Bitcoin teilzunehmen: kein Zwischenhändler, keine Verwahrung, die volle Belohnung oder gar nichts. Die Chance ist klein, aber exakt bekannt, und der Einsatz ist der Strom. Ein Gamma, vier Werte in AxeOS, und dein Gerät spielt ab heute in jeder Ziehung mit.