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AxeOS erklärt: Dashboard, Einstellungen und wichtigste Anzeigen beim Bitaxe

12. März 2026 · 9 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 22. August 2026

AxeOS Dashboard eines Bitaxe mit Hashrate, Effizienz, Shares und Temperatur

AxeOS ist die Weboberfläche, die auf jedem Bitaxe, Nerdaxe, NerdQaxe und NerdOctaxe läuft. Es gibt keine App und keinen Cloud-Account: Du öffnest die IP-Adresse des Miners im Browser und siehst alles, was das Gerät über sich weiß. Dieser Artikel erklärt jede Anzeige des Dashboards anhand eines echten Screenshots, nennt die Werte, die normal sind, und die Einstellungen, die du als Einsteiger wirklich brauchst.

So kommst du rein: Die IP-Adresse steht auf dem Display des Miners (z. B. 192.168.178.42), alternativ http://bitaxe.local. Kein Passwort, kein Login – AxeOS ist nur aus deinem Heimnetz erreichbar.

Das Dashboard: vier Kacheln, ein Diagramm, zwei Blöcke

AxeOS-Dashboard eines übertakteten Bitaxe Gamma: 1,64 TH/s, 16,42 J/TH, 1.522 Shares, Best Difficulty 91,8M, ASIC 62,4 °C, 775 MHz bei 1,17 V und 27 W
Ein Bitaxe Gamma auf 775 MHz / 1,17 V: 1,64 TH/s bei 27 W, ASIC 62,4 °C, Lüfter 40 %. Ab Werk (525 MHz / 1,15 V) liegt derselbe Miner bei rund 1,2 TH/s und 17 W.

Hash Rate

Die Hashrate wird nicht gemessen, sondern aus den eingereichten Shares hochgerechnet. Deshalb springt sie im Diagramm so stark – im Screenshot zwischen 1,3 und 2,1 TH/s bei einem Mittel von 1,64. Entscheidend ist die gestrichelte Linie (Average Hashrate) und der Vergleich mit dem Wert darunter: „expected" ist die Hashrate, die der ASIC bei der eingestellten Frequenz rechnerisch liefern muss. Liegt das Mittel über Stunden mehr als 10 % darunter, stimmt etwas – meist zu wenig Spannung für den Takt, Hitze oder ein schwaches Netzteil. Die Abweichung ist der Hashrate Error.

Efficiency

Joule pro Terahash: Leistungsaufnahme geteilt durch Hashrate, kleiner ist besser. Ein Gamma liegt ab Werk bei rund 14 J/TH, übertaktet wie im Screenshot bei 16–17 J/TH – mehr Hashrate kostet überproportional Strom. Ein Nerdaxe Gaia mit BM1373 schafft rund 10 J/TH. Die Zahl ändert sich mit jeder Frequenz- und Spannungsänderung; sie ist der ehrlichste Wert, um zwei Einstellungen zu vergleichen.

Shares

Jeder Share ist ein Arbeitsnachweis, den der Pool angenommen hat. Die Zahl muss stetig steigen – auf unserem Pool mit Start-Difficulty 1.000 sieht ein Gamma innerhalb der ersten Minute Shares, bei Pools mit hoher Start-Difficulty kann es länger dauern. Darunter steht rejected: abgelehnte Shares. Null ist normal, unter 1 % ist in Ordnung, mehr heißt veraltete Arbeit durch instabiles WLAN, hohe Latenz zum Pool oder einen ASIC, der bei seinem Takt Rechenfehler macht.

Best Difficulty

Der schwierigste Share, den dein Miner je gefunden hat – „all-time best" über alle Neustarts, darunter der Wert seit dem letzten Boot. Im Screenshot 91,8M. Ein Block ist gefunden, wenn ein Share die aktuelle Netzwerk-Difficulty erreicht, also rund 127T (127.000.000M). Der Wert ist reine Statistik und sagt nichts über den Zustand des Miners – aber er ist der Grund, warum Solo-Mining Spaß macht.

Power: Leistung, Eingangsspannung, Frequenz, ASIC-Spannung

Anzeige Normal Handeln wenn
Power Gamma ab Werk ~17 W, übertaktet bis ~30 W; NerdQaxe++ ~80 W Der Wert deutlich unter dem erwarteten liegt – dann hängt der ASIC (Neustart) oder der Miner läuft im Overheat-Modus
Input Voltage 5,0–5,2 V bei 5-V-Geräten (Gamma, Copperzilla), 12 V bei NerdQaxe Unter 4,8 V: Netzteil oder Kabel zu schwach – Ursache Nr. 1 für Neustarts unter Last (Netzteil-Ratgeber)
ASIC Frequency Gamma ab Werk 525 MHz Du sie nicht selbst geändert hast und sie auf 50 MHz steht oder der Miner ohne Last läuft: Überhitzungsschutz hat ausgelöst
Measured ASIC Voltage Gamma ab Werk 1,15 V (1.150 mV), im Screenshot 1,17 V Mehr als 20 mV unter dem eingestellten Wert: Spannungsregler am Limit

Heat: ASIC-Temperatur, Spannungsregler, Lüfter

Anzeige Normal Handeln wenn
ASIC Temperature Unter 60 °C ideal (Ziel der Lüfterautomatik), bis 65 °C gut, 65–70 °C warm Ab 70 °C greift der Überhitzungsschutz: AxeOS drosselt auf ein Minimum (aktuelle Firmware 50 MHz bei 1,0 V und Lüfter 100 %, ältere Versionen halten den Chip im Reset, bis er unter 45 °C liegt). Dann Kühlung, Luftstrom und Wärmeleitpaste prüfen
Voltage Regulator Temperature Bis 85 °C unauffällig, der Regler ist für mehr ausgelegt Ab 105 °C greift derselbe Schutz. Hohe VR-Temperatur bei normaler ASIC-Temperatur heißt: zu hohe Spannung oder kein Luftstrom über dem Regler
Fan Speed Automatik: 30–60 % im Wohnraum, hier 40 % bei 3.573 U/min 100 % bei normaler Temperatur: Automatik aus oder Lüfter meldet keine Drehzahl (Stecker, Kabelbruch)

Der Überhitzungsschutz ist kein Defekt, sondern die Notbremse. AxeOS meldet „Overheat" im Dashboard; nach dem Beheben der Ursache den Modus in den Settings zurücksetzen oder einmal neu starten. Mehr zu Lüftern, Kühlkörpern und Aufstellort steht in Bitaxe leiser machen.

Die Menüpunkte

  • Dashboard – die Übersicht von oben.
  • Swarm – mehrere Miner im selben Netz auf einer Seite beobachten. IP-Adressen einmal eintragen, danach siehst du Hashrate und Temperatur aller Geräte nebeneinander.
  • Network – WLAN-Zugangsdaten und Hostname. Nur 2,4 GHz, Passwort ohne Sonderzeichen-Probleme (Umlaute vermeiden).
  • Pool Settings – Host, Port, User, Passwort für den Hauptpool und den Fallback-Pool.
  • Settings – Frequenz, Kernspannung, Lüftersteuerung, Display, Firmware-Update.
  • Logs – das Live-Protokoll. Bei Verbindungsproblemen steht hier in Klartext, ob der Pool antwortet, die DNS-Auflösung scheitert oder der Share abgelehnt wurde.
  • Restart – Neustart in 5 Sekunden, Einstellungen bleiben erhalten.

Pool Settings: die vier Felder, die zählen

AxeOS Pool Settings mit Stratum Host, Port, User und Fallback-Pool
Pool Settings ab Werk: Die Felder Stratum Host, Port und User bestimmen, wohin deine Hashrate geht.
Feld Eintragen Typischer Fehler
Stratum Host Nur der Hostname, z. B. pool.opensourceminers.de stratum+tcp:// oder der Port im Host-Feld – AxeOS sagt es direkt unter dem Feld: „Do not include stratum+tcp:// or port"
Stratum Port Die Zahl vom Pool, bei uns 3333 Port des falschen Pools (Public Pool nutzt 21496, Public Pool auf Umbrel 2018)
Stratum User Deine Bitcoin-Adresse, optional .workername Lightning- oder Exchange-Adresse; Tippfehler – immer kopieren
Stratum Password x Leer gelassen – manche Pools lehnen das ab

Der Fallback-Pool springt ein, wenn der Hauptpool nicht antwortet; ab Werk steht dort solo.ckpool.org:3333. Trage deine Adresse auch dort ein – sonst minst du im Störungsfall für niemanden. Als Fallback passt ein zweiter Solo-Pool wie eusolo.ckpool.org (2 % Gebühr) oder public-pool.io:21496. Die fertigen Werte für jeden Pool liefert der Pool-Konfigurator; nach jeder Änderung Save und Restart.

Settings: was du ändern darfst – und was erst später

Einstellung Werkswert Gamma Empfehlung
ASIC Frequency 525 MHz Erst ändern, wenn der Miner eine Woche stabil lief. Dann in 25-MHz-Schritten, Anleitung: Overclocking-Guide
ASIC Core Voltage 1.150 mV Gehört zur Frequenz: 25 MHz mehr brauchen rund 20 mV mehr. Über 1.250 mV nur mit besserer Kühlung
Fan Speed Automatik, Ziel 60 °C Automatik lassen. Manuell nur, wenn das Gerät leiser sein muss und die ASIC-Temperatur trotzdem unter 65 °C bleibt
Temp Target 60 °C Im Wohnraum auf 55 °C senken heißt lauter, auf 65 °C heben heißt leiser – beides im grünen Bereich
Flip Screen / Invert Fan Polarity aus Nur bei Bedarf (Display kopfüber, Lüfter eines Drittherstellers ohne Drehzahlsignal)
Firmware-Update Zwei Dateien: esp-miner.bin und www.bin, in dieser Reihenfolge. Ohne Datei-Suche geht es über unseren Web-Flasher
Regel für die erste Woche: Nur Pool, WLAN und Adresse anfassen. Frequenz, Spannung und Lüfterkurve bleiben auf Werkswert, bis du weißt, welche Temperatur und Hashrate dein Gerät im Normalzustand hat. Ohne diese Referenz kannst du später nicht beurteilen, ob eine Änderung etwas gebracht hat.

Woran du in 30 Sekunden siehst, dass alles läuft

  • Shares steigen, rejected bei 0 oder unter 1 %.
  • Average Hashrate innerhalb von 10 % der erwarteten.
  • ASIC-Temperatur unter 65 °C, Spannungsregler unter 85 °C.
  • Input Voltage nicht unter 4,8 V (5-V-Geräte).
  • Uptime zählt hoch – kein Neustart, den du nicht selbst ausgelöst hast.

Stimmt einer der Punkte nicht, führt dich die Miner-Diagnose in drei Klicks zur Ursache; die häufigsten Fälle stehen in Bitaxe verbunden, aber mined nicht.

Wie öffne ich AxeOS?

Die IP-Adresse vom Display des Miners im Browser eingeben, alternativ http://bitaxe.local. Es gibt kein Passwort; AxeOS ist nur im eigenen Heimnetz erreichbar.

Warum springt die Hashrate im Dashboard so stark?

Weil sie aus den eingereichten Shares hochgerechnet wird und Shares zufällig verteilt eintreffen. Ausschläge von ±30 % innerhalb von Minuten sind normal. Maßgeblich ist der Durchschnitt über Stunden im Vergleich zum „expected"-Wert.

Welche Temperatur ist beim Bitaxe normal?

ASIC unter 60 °C ideal, bis 65 °C gut, 65–70 °C warm. Ab 70 °C greift der Überhitzungsschutz und drosselt den Miner auf ein Minimum. Der Spannungsregler darf bis 85 °C unauffällig warm werden, ab 105 °C greift der Schutz.

Was bedeutet „rejected" bei den Shares?

Vom Pool abgelehnte Arbeit – meist, weil der Share zu spät ankam (der Block war schon gefunden) oder der ASIC bei zu hohem Takt falsch gerechnet hat. Unter 1 % ist in Ordnung, darüber Takt senken oder die WLAN-Verbindung prüfen.

Was ist Best Difficulty?

Der schwierigste Share, den dein Miner je gefunden hat. Erreicht ein Share die Netzwerk-Difficulty (rund 127T), ist es ein Block. Der Wert hat keinen Einfluss auf den Betrieb – er zeigt nur, wie nah du bisher dran warst.

Muss ich den Fallback-Pool ausfüllen?

Ja, zumindest das User-Feld mit deiner Adresse. Ab Werk steht dort solo.ckpool.org mit einer fremden Adresse; fällt dein Hauptpool aus, würdest du sonst für jemand anderen minen.

Kann ich AxeOS von unterwegs aufrufen?

Nicht direkt, und das ist gewollt – es gibt kein Login. Wer Fernzugriff will, nutzt ein VPN in sein Heimnetz (WireGuard auf der FRITZ!Box oder Tailscale). Ports im Router freizugeben ist keine Option.