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Open-Source Bitcoin Mining: Was ist das und warum ist es wichtig?

Open-Source Bitcoin Mining heißt: Schaltplan, Platine, Stückliste und Firmware deines Miners liegen öffentlich auf GitHub, unter Lizenzen, die Nachbau und Änderung ausdrücklich erlauben. Du kannst nachlesen, was das Gerät tut, die Firmware selbst flashen, den Pool frei wählen und jedes Bauteil tauschen. Diese Seite erklärt, was das konkret bedeutet, welche Geräte und Lizenzen dazugehören, wo der Unterschied zu geschlossenen Minern liegt und was Open Source nicht ist.

Aktualisiert am 26. September 2026

Kurzfassung: Ein Miner ist Open Source, wenn Hardware und Firmware offen liegen. Der Bitaxe ist das Referenzdesign: Platinendateien unter der Lizenz CERN-OHL-S-2.0, Firmware ESP-Miner (Oberfläche AxeOS) unter GPL-3.0, beides auf GitHub. Nerdaxe, NerdQaxe und NerdOctaxe sind offene Weiterentwicklungen mit der Firmware NerdOS. Offen heißt nicht profitabler, sondern prüfbar, reparierbar und unabhängig vom Hersteller.

Was „Open Source“ beim Mining konkret bedeutet

Drei Dinge sind offen, und alle drei müssen es sein, damit der Begriff stimmt:

  • Die Hardware. Schaltplan, Platinenlayout und Stückliste liegen öffentlich, beim ursprünglichen Bitaxe im Repository skot/bitaxe, beim Gamma in bitaxeorg/bitaxeGamma. Jeder kann die Platine nachbauen, verändern oder prüfen, ob das gelieferte Gerät dem Design entspricht. Genau so sind Nerdaxe, NerdQaxe und NerdOctaxe entstanden. Eine Ausnahme ist derzeit der Nerdaxe Gaia: Seine Platinendateien sind noch nicht veröffentlicht.
  • Die Firmware. ESP-Miner läuft auf dem ESP32-S3 des Miners und steuert ASIC, Lüfter, WLAN und die Stratum-Verbindung, die Weboberfläche darauf heißt AxeOS. Die Nerd-Geräte nutzen mit NerdOS einen eigenen Zweig derselben Familie. Der Quellcode ist öffentlich, jedes Release hat Release Notes, und du flashst selbst, bei uns im Browser über flasher.bitaxe.de. Dort ist OSM-OS vorausgewählt, unsere optimierten Builds auf Basis von AxeOS und NerdOS; die unveränderten Originale kannst du jederzeit wählen.
  • Das Protokoll. Der Miner spricht Stratum mit jedem Pool und jeder eigenen Node. Seit AxeOS 2.14 und NerdOS 1.0.37 auch Stratum V2: Die Verbindung ist verschlüsselt, und der Pool weist sich mit einem Schlüssel aus. Es gibt keinen Cloud-Account, keine Registrierung und keinen Server des Herstellers zwischen dir und dem Bitcoin-Netzwerk.

Nicht offen ist, bei keinem Miner der Welt, der ASIC selbst: BM1370 und BM1373 kommen von Bitmain, ihr Inneres bleibt Betriebsgeheimnis. Open-Source Mining setzt an der Stelle an, die du kontrollieren kannst: alles um den Chip herum.

Lizenzen: was du mit offener Hardware und Firmware darfst

Offen heißt nicht rechtefrei. Die Bitaxe-Hardware steht unter der CERN Open Hardware Licence Version 2 in der streng reziproken Variante (CERN-OHL-S-2.0), ebenso die Platinen von Bitaxe GT und NerdQaxe. Die Firmware ESP-Miner und NerdOS stehen unter der GNU General Public License 3.0 (GPL-3.0). Beide Lizenzen erlauben dir, die Dateien zu nutzen, zu ändern, nachzubauen und auch zu verkaufen. Die Bedingung: Wer ein verändertes Design oder eine veränderte Firmware weitergibt, muss die Quellen unter derselben Lizenz offenlegen. So bleibt jede Verbesserung für alle offen.

Das erklärt auch, warum so viele Hersteller Geräte nach dem Bitaxe-Design anbieten: Es ist ausdrücklich erlaubt. Für dich als Käufer zählen deshalb Bauteile, Kühlung, Netzteil, Gewährleistung und Support. Welche Rolle Markenrechte beim Namen Bitaxe spielen, beschreibt unser Beitrag Wem gehört der Bitaxe?

Offene Boards im Überblick

Die Hashrate ab Werk rechnet die jeweilige Firmware aus Takt, Kernen und Chips; im Betrieb liegt sie je nach Gerät etwas darüber oder darunter.

GerätChipHashrate ab WerkFirmwarePlatinendateien
Bitaxe Gamma 1× BM1370 1,07 TH/s AxeOS bitaxeorg/bitaxeGamma, CERN-OHL-S-2.0
Bitaxe GT 2× BM1370 2,14 TH/s AxeOS bitaxeorg/BitaxeGT, CERN-OHL-S-2.0
Bitaxe Supra Hex 702 6× BM1368 3,75 TH/s AxeOS derzeit kein offizielles Repository
Nerdaxe Gamma 1× BM1370 1,05 TH/s (NerdOS), 1,33 TH/s (OSM-OS) NerdOS BitMaker-hub/NerdAxe
Nerdaxe Gaia 1× BM1373 2,4 TH/s NerdOS, Gaia-Zweig von BitMaker noch nicht veröffentlicht
NerdQaxe++ 4× BM1370 4,9 TH/s NerdOS shufps/qaxe, CERN-OHL-S-2.0
NerdOctaxe 8× BM1370 9,8 bis 11,4 TH/s (je nach Revision) NerdOS Patsch91/NerdOCTAXE-Gamma, CERN-OHL-S-2.0

Dazu kommen Boards, die die offizielle Firmware bereits kennt, die wir aber nicht führen: Gamma Duo (Board 650, zwei BM1370 an 5 V), Naja Duo (1201, zwei BM1372/BM1373) und Gamma Hex (1300, sechs BM1370). Eine Firmware für viele Baureihen ist einer der großen Vorteile des offenen Ansatzes.

Offen oder geschlossen: der Unterschied im Alltag

Wir verkaufen beides, deshalb lässt sich der Unterschied an zwei Geräten aus dem eigenen Sortiment zeigen. Der Avalon Nano 3S von Canaan ist ein geschlossenes Gerät: 6 TH/s bei 140 W, er läuft zuverlässig, aber Firmware und Platine sind nicht einsehbar, Updates kommen nur vom Hersteller, und wenn Canaan die Unterstützung einstellt, bleibt das Gerät auf seinem Stand. Der Bitaxe Gamma ist das Gegenteil: rund 1,1 bis 1,2 TH/s bei etwa 17 W, offene Platine, offene Firmware, Lüfter, Kühler und Display tauschbar, Updates von der Community.

Offen (Bitaxe, Nerdaxe, NerdQaxe)Geschlossen (Avalon Nano, Industrie-ASICs)
Firmware Quellcode öffentlich, selbst flashbar, Forks möglich (etwa OSM-OS) Binärdatei vom Hersteller, nur über dessen Werkzeug
Reparatur und Umbau Kühler, Lüfter, Display und Netzteil nach Standard tauschbar Gerät als Ganzes, Ersatzteile nur über den Hersteller
Prüfbarkeit Jeder kann lesen, was das Gerät ins Netz schickt Vertrauen in den Hersteller
Support-Ende Die Community pflegt weiter Gerät bleibt auf dem letzten Stand
Effizienz BM1370: rund 14 bis 16 J/TH; BM1373 (Gaia): rund 11 bis 12,5 J/TH Nano 3S: rund 23 J/TH

Warum das mehr als Prinzipienreiterei ist, zeigt ein Fall aus 2017: In der Firmware der Antminer-Serie fand sich eine Funktion („Antbleed“), mit der der Hersteller Geräte aus der Ferne hätte abschalten können. Bei offener Firmware wäre so etwas am Tag des Commits aufgefallen. Beim Bitaxe liest jeder, der will, was das Gerät tut, und die Community tut es bei jedem Release.

Die Familie: Bitaxe, Nerdaxe, NerdQaxe, NerdOctaxe

Der Bitaxe ist das Referenzdesign, das Skot 2022 als offenes Projekt begonnen hat: ein Bitmain-ASIC auf einer offenen Platine, gesteuert von einem ESP32-S3. Daraus sind weitere Boards entstanden. Die Nerdaxe-Reihe (Nerdaxe Gamma mit großem Display, Nerdaxe Gaia mit dem BM1373) stammt aus dem Umfeld von BitMaker, NerdQaxe mit vier und NerdOctaxe mit acht Chips aus dem Umfeld von shufps, der auch die Firmware NerdOS pflegt. Bitaxe-Geräte laufen mit AxeOS, die Nerd-Geräte mit NerdOS; beide sind Zweige derselben Firmware-Familie, nutzen dieselben Pool-Werte und werden über denselben Web-Flasher aktualisiert.

Was das für dich heißt: Pool-Werte, Begriffe und Werkzeuge gelten für alle Geräte, und wenn ein Board nicht mehr produziert wird, läuft die Firmware trotzdem weiter. Welches Gerät zu welchem Setup passt, vergleicht Bitaxe oder Nerdaxe; was ein Bitaxe genau ist, erklärt der Bitaxe Miner Guide.

Warum es für Bitcoin wichtig ist

Bitcoin ist nur so dezentral wie seine Infrastruktur. Die Hashrate konzentriert sich in großen Farmen, die Hardware kommt von wenigen Herstellern, und die Firmware dieser Hardware ist geschlossen. Open-Source Mining setzt an allen drei Punkten an: Es bringt Hashrate in Wohnzimmer statt Hallen, es macht die Geräte nachbaubar, und es macht die Software prüfbar. Ein einzelner Bitaxe ändert die Statistik nicht. Zehntausende Bitaxe, jeder mit eigener Adresse und wahlweise eigener Node, sind aber ein anderer Teil des Netzwerks als eine Farm mit derselben Hashrate.

Dazu kommt die Souveränität des Einzelnen: Wer seinen Miner an die eigene Node hängt (Public Pool auf Umbrel), baut seine Blockvorlage selbst, und kein Pool entscheidet mehr, welche Transaktionen in den Block kommen. Beim Solo Mining geht ein Fund zudem komplett an die eigene Adresse. Beides ist bei geschlossenen Geräten technisch möglich, bei offenen selbstverständlich.

Was Open Source nicht ist

Offen heißt nicht profitabler. Ein Bitaxe Gamma hat bei der Difficulty vom 26.09.2026 pro Jahr eine Chance von rund 1 zu 16.900 auf einen Block, bei rund 45 € Strom; der Erwartungswert liegt mit rund 14 € darunter (die Rechnung: Bitaxe Block finden, dein Gerät: Mining-Rechner). Offen heißt auch nicht fertiger: Der Bitaxe ist eine offene Platine mit Lüfter, kein Gehäuse mit Ein-Knopf-Bedienung. Dafür lässt er sich in zehn Minuten einrichten und in jeder Hinsicht verändern. Wer ein Gerät will, das er anschließt und nie wieder ansieht, ist mit dem Avalon Nano richtig. Wer wissen will, was sein Miner tut, mit dem Bitaxe.

So steigst du ein

  1. Gerät wählen: Bitaxe Gamma für den leisen Einstieg, Nerdaxe Gaia für die beste Effizienz, NerdQaxe++ für mehr Chance. Die Übersicht steht in Bitcoin Miner kaufen.
  2. Einrichten: WLAN verbinden, dann die Pool-Werte aus dem Pool-Konfigurator in AxeOS auf der Seite Pool eintragen. Die Anleitung steht in Bitaxe einrichten.
  3. Verstehen: AxeOS erklärt nennt für jede Anzeige den Wert, der normal ist.
  4. Weitergehen: eigene Node mit Umbrel, verschlüsselt minen mit Stratum V2, Firmware aktualisieren über den Web-Flasher, Übertakten nach dem Overclocking-Guide.

Häufige Fragen

Was bedeutet Open-Source Bitcoin Mining genau?

Dass Hardware-Design (Schaltplan, Platine, Stückliste) und Firmware des Miners öffentlich sind und du beides nutzen, ändern und prüfen darfst. Beim Bitaxe liegen die Platinendateien auf GitHub bei bitaxeorg und skot, die Firmware als ESP-Miner mit der Oberfläche AxeOS.

Ist der Bitaxe Open Source?

Ja, er ist das Referenzdesign dafür. Platine und Stückliste sind unter CERN-OHL-S-2.0 veröffentlicht, die Firmware ESP-Miner unter GPL-3.0. Nerdaxe, NerdQaxe und NerdOctaxe sind offene Weiterentwicklungen mit der Firmware NerdOS; beim Nerdaxe Gaia stehen die Platinendateien noch aus.

Unter welcher Lizenz stehen Bitaxe und AxeOS?

Die Hardware unter der CERN Open Hardware Licence 2.0 in der streng reziproken Variante (CERN-OHL-S-2.0), die Firmware ESP-Miner mit AxeOS unter der GPL-3.0. Beide erlauben Nutzung, Änderung, Nachbau und Verkauf. Wer ein verändertes Design oder eine veränderte Firmware weitergibt, muss die Quellen unter derselben Lizenz offenlegen.

Ist der ASIC-Chip auch Open Source?

Nein. BM1370 und BM1373 kommen von Bitmain und bleiben geschlossene Chips, bei jedem Miner der Welt. Open Source setzt bei allem an, was um den Chip herum liegt: Platine, Stromversorgung, Steuerung und Firmware.

Was ist der Unterschied zu einem geschlossenen Miner wie dem Avalon Nano?

Der Avalon Nano läuft zuverlässig, aber Firmware und Platine sind nicht einsehbar, Updates kommen nur vom Hersteller, Teile nur über ihn. Beim Bitaxe ist alles um den ASIC herum offen: Firmware selbst flashbar, Pool und Node frei wählbar, Kühler, Lüfter und Display nach Standard tauschbar.

Welche Firmware läuft auf Nerdaxe, NerdQaxe und NerdOctaxe?

NerdOS, ein Zweig derselben Firmware-Familie wie AxeOS mit eigener Oberfläche, gepflegt von shufps (aktuell Version 1.1.0.1 vom 24.09.2026). Der Nerdaxe Gaia nutzt einen eigenen Zweig von BitMaker. Über flasher.bitaxe.de installierst du wahlweise die Originale oder unsere OSM-OS-Builds.

Was ist OSM-OS?

OSM-OS sind optimierte Builds auf Basis von AxeOS und NerdOS, ebenfalls Open Source auf GitHub. Sie ändern Voreinstellungen wie Pool, Hostname und Lüftersteuerung, nicht die Mining-Logik; für den Copperzilla gibt es ein eigenes Profil. Im Web-Flasher flasher.bitaxe.de ist OSM-OS vorausgewählt und unsere Empfehlung, die unveränderten Originale bleiben jederzeit wählbar.

Welche Rolle spielt die Firmware?

Sie entscheidet, was das Gerät tut: Takt, Spannung, Lüfter, WLAN und mit welchem Pool es sich verbindet. Offene Firmware kann jeder lesen und prüfen; bei geschlossener Firmware vertraust du dem Hersteller. Das Antbleed-Beispiel von 2017 zeigt, warum das kein Detail ist.

Kann ich einen Open-Source-Miner an meiner eigenen Node betreiben?

Ja. Mit Public Pool auf einer Umbrel-Node trägst du im Miner deine Node als Pool ein (Port 2018) und baust die Blockvorlagen selbst; ein Fund geht dann ohne Umweg an deine Adresse. Die Einrichtung beschreibt Bitaxe mit eigenem Bitcoin Node verbinden.

Was bringt Stratum V2 beim Open-Source Mining?

Stratum V2 verschlüsselt die Verbindung zwischen Miner und Pool, und der Pool weist sich mit einem öffentlichen Schlüssel aus. AxeOS kann das ab 2.14, NerdOS ab 1.0.37, unser Solo-Pool bietet es auf Port 3336. Wie du es einrichtest, zeigt Stratum V2 am Bitaxe einrichten.

Ist Open-Source Mining automatisch profitabler?

Nein. Die Chance auf einen Block hängt nur von der Hashrate ab: Ein Gamma liegt bei rund 1 zu 16.900 pro Jahr, bei rund 45 € Strom. Offen heißt prüfbar, reparierbar und unabhängig, nicht rentabler.

Für wen lohnt sich Open-Source Mining?

Für alle, die verstehen wollen, was ihr Gerät tut, es selbst einrichten und anpassen wollen und ihre Hashrate unabhängig von einem Hersteller ins Netzwerk bringen möchten. Wer nur ein Gerät anschließen und nie wieder ansehen will, ist mit einem geschlossenen Miner ebenso bedient.