Bitaxe Block finden: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit wirklich?
20. August 2026 · 12 Min. Lesezeit
Im Januar 2023 fand ein Solo-Miner über solo.ckpool einen gültigen Bitcoin-Block – mit gerade einmal rund 10 TH/s. Das ist weniger Hashrate, als ein einzelner NerdOctaxe heute liefert. Die Belohnung, damals 6,25 BTC im Wert von gut 130.000 US-Dollar, ging vollständig an diesen einen Miner. Kein Rechenzentrum, keine Halle voller Maschinen – ein Setup, das in ein Bücherregal passt.
Solche Treffer sind selten, aber sie sind dokumentiert und passieren immer wieder. Und sie werfen die Frage auf, die sich früher oder später jeder stellt, der einen Bitaxe auf dem Schreibtisch stehen hat: Wie wahrscheinlich ist es, dass ausgerechnet mein Gerät einen Block findet?
Die gute Nachricht: Diese Frage lässt sich exakt beantworten. Die Mathematik dahinter ist keine Geheimwissenschaft, sondern ein Dreisatz. Wir rechnen sie hier einmal komplett durch – für jedes Gerät, mit ehrlichen Zahlen und ohne die üblichen Übertreibungen in die eine oder die andere Richtung.
Die Rechnung ist einfacher, als du denkst
Bitcoin-Mining ist im Kern ein faires Losverfahren. Alle Miner der Welt berechnen pausenlos Hashes, und ungefähr alle zehn Minuten „gewinnt“ einer davon das Recht, den nächsten Block zu schreiben. Wer wie viel Rechenleistung beisteuert, bestimmt dabei exakt die Gewinnchance: Dein Anteil an der weltweiten Hashrate ist dein Anteil an den Losen. Es gibt keine versteckten Faktoren und keine Bevorzugung großer Farmen – ein Hash ist ein Hash, egal ob er aus einem Container in Texas kommt oder aus deinem Wohnzimmer.
Die weltweite Hashrate liegt derzeit bei rund 1.000 EH/s – ein Zettahash pro Sekunde, eine Eins mit 21 Nullen. Dein Bitaxe Gamma steuert davon etwa 1,3 TH/s bei. Daraus ergibt sich ein Anteil von ungefähr 0,00000013 Prozent. Das ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Gerät den nächsten Block findet – und zwar bei jedem Block aufs Neue, rund um die Uhr.
Weil das Netzwerk etwa 144 Blöcke pro Tag produziert – 52.560 im Jahr –, summieren sich diese winzigen Einzelchancen zu einer Jahreszahl, mit der man wirklich arbeiten kann. Für den Gamma landet sie bei rund 1 zu 15.000 pro Jahr.
Kurz gesagt:
Bei 1.000 EH/s Netzwerk-Hashrate gilt die Faustformel: Chance pro Jahr ≈ 1 zu (19.000 geteilt durch deine Hashrate in TH/s). Ein Gerät mit 4,8 TH/s liegt damit bei etwa 1 zu 4.000 pro Jahr, eines mit 12 TH/s bei etwa 1 zu 1.600.
Die Chancen für jedes Gerät im Überblick
Mit dieser Formel lässt sich die komplette Modellpalette durchrechnen. Alle Werte sind gerundet und beziehen sich auf den Stand Sommer 2026 – die Netzwerk-Hashrate wächst, dadurch werden die Zahlen langsam schlechter. An den Größenordnungen ändert das nichts.
| Gerät | Hashrate | Chance pro Block | Chance pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Bitaxe Gamma | ~1,3 TH/s | 1 zu 770 Mio. | 1 zu 15.000 |
| Bitaxe GT | 2,15 TH/s | 1 zu 465 Mio. | 1 zu 8.900 |
| Bitaxe 702 | ~4,2 TH/s | 1 zu 238 Mio. | 1 zu 4.500 |
| NerdQaxe++ | ~4,8 TH/s | 1 zu 208 Mio. | 1 zu 4.000 |
| NerdQX | ~8 TH/s | 1 zu 125 Mio. | 1 zu 2.400 |
| NerdOctaxe | ~12 TH/s | 1 zu 83 Mio. | 1 zu 1.600 |
| NerdOctaxe Hydro | 14 TH/s | 1 zu 71 Mio. | 1 zu 1.400 |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Die Chancen skalieren exakt linear. Doppelte Hashrate bedeutet doppelte Gewinnchance, ohne Schwellen und ohne Mindesteinsatz. Zweitens: Selbst das größte Gerät bleibt ein Lotterielos. Auch ein NerdOctaxe Hydro braucht im statistischen Mittel weit über tausend Jahre bis zum Treffer. Wer mit „wann“ statt mit „ob“ plant, plant falsch.
Besser als Lotto? Der ehrliche Vergleich
Der Jackpot liegt bei Eurojackpot und 6aus49 (mit Superzahl) jeweils bei rund 1 zu 140 Millionen pro Tipp. Eine einzelne „Ziehung“ deines Gamma – also ein Block – liegt mit 1 zu 770 Millionen nochmal deutlich darunter. Klingt ernüchternd. Der entscheidende Unterschied: Lotto zieht zweimal pro Woche. Bitcoin zieht alle zehn Minuten, 52.560-mal im Jahr – und dein Miner spielt jede einzelne Ziehung automatisch mit.
Aufs Jahr gerechnet dreht sich das Bild deshalb komplett. Die 1 zu 15.000 des Gamma entsprechen fast 10.000 Lotto-Tipps auf den Jackpot. Diese Tipps würden weit über 10.000 Euro kosten. Der Gamma zieht für dieselbe Gewinnchance rund 130 kWh Strom im Jahr – bei 30 Cent pro Kilowattstunde etwa 40 Euro. Pro eingesetztem Euro bekommst du beim Mining also ein Vielfaches an Losen.
Ganz fair ist der Vergleich trotzdem nicht – in beide Richtungen. Lotto zahlt auch kleine Gewinne aus; beim Solo Mining gibt es nur alles oder nichts. Dafür steht bei dir am Ende Hardware auf dem Tisch, die ihren Wert behält, dich am Bitcoin-Netzwerk teilnehmen lässt und dir nebenbei zeigt, wie Mining wirklich funktioniert. Das kann kein Lottoschein.
Warum dein Bitaxe nie „dran“ ist
Die vielleicht wichtigste Eigenschaft dieser Lotterie: Sie hat kein Gedächtnis. Jeder einzelne Hash ist ein unabhängiger Versuch. Ein Gerät, das fünf Jahre ununterbrochen lief, ist dem nächsten Block kein bisschen näher als eines, das gerade aus dem Karton kommt. Es gibt kein Ansparen, kein Aufwärmen und keinen unsichtbaren Fortschrittsbalken.
Genau hier wird ein Wert in AxeOS gern missverstanden: Best Difficulty. Er zeigt den schwersten Share, den dein Miner seit dem letzten Neustart gefunden hat – und sieht verführerisch nach Fortschritt aus. Ist er aber nicht. Best Difficulty ist reiner Rückblick, eine Bestmarke wie der weiteste Wurf beim Weitwurf. Der nächste Hash weiß davon nichts. Was die Anzeigen in AxeOS im Einzelnen bedeuten, erklären wir im Artikel zum AxeOS-Dashboard.
Das klingt zunächst frustrierend, hat aber eine schöne Kehrseite: Dein allererster Tag hat exakt dieselbe Chance wie Tag 3.000. Auch der 10-TH/s-Treffer von 2023 kam nicht nach einem „langen Anlauf“. Er kam, wie jeder Treffer in dieser Lotterie, aus dem Nichts.
Was passiert, wenn du wirklich einen Block findest?
Angenommen, der eine Hash sitzt. Dein Miner liefert einen Hash unterhalb des aktuellen Zielwerts, der fertige Block wird sofort ins Netzwerk gemeldet – und in seiner ersten Transaktion, der Coinbase-Transaktion, stehen die Belohnung und die Empfängeradresse. Aktuell sind das 3,125 BTC Blocksubvention plus die Transaktionsgebühren des Blocks; bis zum nächsten Halving 2028 bleibt das so.
Wohin das Geld fließt, hängt von deinem Setup ab. Bei einem Solo-Pool wie solo.ckpool geht die Belohnung abzüglich 2 Prozent Gebühr an die Adresse, die du als Nutzernamen eingetragen hast. Mit einem eigenen Node und Public Pool auf Umbrel gehört der Block dagegen vollständig dir – die Coinbase zahlt ohne Umweg und ohne Abzug an deine eigene Adresse.
Zwei Details noch: Frisch geschürfte Coins sind erst nach 100 Bestätigungen ausgebbar, also nach rund 17 Stunden – eine Schutzregel des Protokolls, die für alle Miner gilt. Und in seltenen Fällen kann ein Block „verwaisen“, wenn fast zeitgleich ein konkurrierender Block gefunden wird und sich dessen Kette durchsetzt. Beides ändert nichts am Grundsatz: Der Treffer ist öffentlich, nachprüfbar und für immer Teil der Blockchain – mit deiner Adresse in der ersten Zeile.
Die Rechnung ohne Glück: der Erwartungswert
Man kann dieselbe Rechnung auch ganz nüchtern führen. 3,125 BTC geteilt durch 15.000 Jahre mittlere Wartezeit ergeben für den Gamma einen Erwartungswert von gut 21.000 Satoshi pro Jahr. Bei einem Kurs von 100.000 Euro wären das etwas über 20 Euro – die rund 40 Euro Strom stehen auf der anderen Seite. Wie sich die Stromkosten im Detail zusammensetzen, rechnet unser Artikel zum Bitaxe-Stromverbrauch vor.
Wichtig zu verstehen: Ein Pool ändert an diesem Erwartungswert nichts. Er glättet ihn nur. Im Pool bekommst du dieselbe erwartete Menge Satoshi – in winzigen, planbaren Häppchen statt als Alles-oder-nichts-Los. Der Unterschied zwischen Solo und Pool ist keine Frage der Rendite, sondern der Varianz, also deines Nervenkostüms. Was für welchen Weg spricht, steht in unseren Artikeln zum Solo Mining und zur Pool-Wahl.
Daraus folgt der ehrlichste Satz dieses Artikels: Als Geldanlage taugt ein Bitaxe nicht. Wer nur Satoshi ansammeln will, kauft sie günstiger direkt. Ein Bitaxe ist ein Lernwerkzeug, ein Beitrag zur Dezentralisierung des Netzwerks – und ein Dauerlos auf einen der seltensten Treffer, die es zu gewinnen gibt. Genau in dieser Reihenfolge.
So erhöhst du deine Chancen wirklich
Es gibt genau einen Hebel: mehr Hashes pro Sekunde, über mehr Zeit. Alles andere ist Folklore. Konkret bedeutet das:
- Mehr Hashrate pro Gerät: Ein NerdQaxe++ hat fast die vierfache Chance eines Gamma, ein NerdOctaxe etwa die neunfache.
- Übertakten: 10 bis 20 Prozent mehr Takt sind 10 bis 20 Prozent mehr Lose. Wie das kontrolliert und sicher geht, zeigt unser Overclocking-Guide.
- Mehrere Geräte: Chancen addieren sich einfach. Zwei Gamma entsprechen einem 2,6-TH/s-Setup.
- Uptime: Jede Stunde offline ist eine Stunde ohne Lose. Stabiles WLAN und eine saubere Kühlung zahlen direkt auf deine Wahrscheinlichkeit ein.
Was nichts bringt
Pool-Wechsel „zur richtigen Zeit“, ein Neustart nach einem hohen Best-Share, Mining nur nachts oder besondere Glücksphasen kurz nach einem gefundenen Block: alles wirkungslos, weil jeder Hash unabhängig vom vorherigen ist. Ein seriöses Setup läuft einfach durch – den Rest erledigt oder verweigert der Zufall.
Fazit: Eine Lotterie, deren Ziehung du selbst betreibst
Die Zahlen sind brutal ehrlich: 1 zu 770 Millionen pro Block, rund 1 zu 15.000 pro Jahr für einen Bitaxe Gamma, linear besser mit jedem zusätzlichen Terahash. Niemand sollte einen Bitaxe kaufen, weil er auf den Block rechnet.
Der eigentliche Reiz liegt eine Ebene tiefer. Du kaufst kein Los bei einem Anbieter – du betreibst die Ziehung selbst mit. Dein Gerät prüft Transaktionen gegen deine eigenen Regeln, hasht im selben Netzwerk wie die größten Farmen der Welt und hat dabei jede Sekunde dieselbe faire Chance pro Hash wie sie. Und sollte der eine Hash irgendwann sitzen, gehört der Block dir – nachprüfbar, für immer.
Die Wahrscheinlichkeit ist winzig. Aber sie ist größer als null, sie liegt vollständig offen – und alle zehn Minuten würfelt das Netzwerk neu.
Wie lange dauert es im Schnitt, bis ein Bitaxe einen Block findet?
Der Treffer kann morgen kommen oder nie. Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem ein Gerät „fällig“ wäre.
Was genau bekomme ich, wenn mein Miner einen Block findet?
Bei solo.ckpool gehen 2 Prozent Gebühr ab, mit eigenem Node und Public Pool gehört dir alles. Ausgeben kannst du frisch geschürfte Coins nach 100 Bestätigungen, also nach rund 17 Stunden.
Erhöht Übertakten die Chance auf einen Block?
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du in unserem Overclocking-Guide.
Habe ich im Pool bessere Chancen auf einen Block?
Der Unterschied ist die Varianz: Im Pool bekommst du regelmäßig winzige Beträge, solo bekommst du fast sicher nichts und mit winziger Wahrscheinlichkeit alles.
Ist eine hohe „Best Difficulty“ ein Zeichen, dass ich nah dran bin?
Ein Miner mit einer Best Difficulty von 100 M ist dem Block exakt genauso nah wie einer mit 1 M: gar nicht.
Steigen meine Chancen, je länger der Miner läuft?
Es gibt aber keinen Anspar-Effekt: Vergangene Hashes zahlen nicht auf zukünftige ein.
Lohnt sich ein Bitaxe, wenn die Chancen so klein sind?
Als Lernwerkzeug, als eigener Zugang zum Bitcoin-Netzwerk und als Dauerlos mit realer, nachprüfbarer Gewinnchance ist er dagegen kaum zu schlagen. Wer das vorher weiß, wird mit einem Bitaxe sehr glücklich.
Hardware für deine Block-Lotterie
Jedes Gerät aus unserem Shop spielt die Lotterie ab der ersten Minute mit – der Unterschied liegt nur in der Anzahl der Lose pro Sekunde:
- Bitaxe Gamma – der Einstieg: leise, sparsam, ~1,3 TH/s
- NerdQaxe++ – rund vierfache Chance bei ~4,8 TH/s
- NerdOctaxe – rund neunfache Chance bei ~12 TH/s
- Alle Bitcoin Miner im Überblick
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