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Hashrate Error beim Bitaxe erklärt: Was der Fehlerwert in AxeOS wirklich bedeutet

31. Januar 2026 · 6 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 22. August 2026

Hashrate Error beim Bitaxe in AxeOS

Im AxeOS-Dashboard stehen unter der Hashrate zwei Zahlen: die Hashrate, die dein Bitaxe gerade liefert, und darunter in Grün die erwartete („expected"). Der Hashrate Error ist der Abstand zwischen beiden in Prozent. Er ist der empfindlichste Wert im ganzen Dashboard – er zeigt Probleme, bevor Shares abgelehnt werden oder der Miner neu startet. Dieser Artikel erklärt, woher die beiden Zahlen kommen, welche Abweichung normal ist und was du bei welchem Wert tust.

Wert schon erhöht? Die Miner-Diagnose grenzt in zwei Fragen ein, ob Spannung, Kühlung oder Netzteil die Ursache sind.

Woher die beiden Zahlen kommen

Die erwartete Hashrate ist reine Arithmetik: Takt × Anzahl der Rechenkerne des ASIC. Ein BM1370 im Bitaxe Gamma liefert bei 525 MHz rechnerisch rund 1,2 TH/s, bei 775 MHz rund 1,6 TH/s. Diese Zahl ändert sich nur, wenn du die Frequenz änderst.

Die gelieferte Hashrate misst AxeOS nicht direkt – es rechnet sie aus den Shares hoch, die der ASIC in den letzten Minuten gefunden hat. Shares sind Zufallstreffer; deshalb schwankt der Wert im Diagramm um ±30 %, und deshalb ist der Hashrate Error über eine Minute wertlos und über eine Stunde aussagekräftig.

Liegt die gelieferte Hashrate über Stunden unter der erwarteten, hat der ASIC einen Teil seiner Arbeit nicht zu Ende gebracht: Rechendurchläufe, die wegen zu niedriger Spannung oder zu hoher Temperatur ungültige Ergebnisse produziert haben, tauchen nie als Share auf. Liegt sie über der erwarteten, hattest du Glück mit den Shares – das ist kein Fehler.

Welche Abweichung normal ist

Hashrate Error (Mittel über 1 Stunde) Bedeutung Was tun
0 bis 5 % Statistisches Rauschen. Auch ein perfekt laufender Miner zeigt das. Nichts.
5 bis 10 % Grenzbereich. Typisch nach einer Übertaktung, bei der die Spannung knapp bemessen ist, oder bei einem warmen Tag. Beobachten. Steigt die ASIC-Temperatur gleichzeitig über 65 °C, Kühlung prüfen. Bei Übertaktung 20 mV mehr Spannung.
dauerhaft über 10 % Der ASIC liefert nicht, was er bei seinem Takt liefern muss. Eine der vier Ursachen unten trifft zu. Die Checkliste unten abarbeiten – in dieser Reihenfolge.
über 30 % oder Sprung auf Null Der ASIC hängt, oder der Überhitzungsschutz hat ausgelöst (Frequenz steht dann auf 50 MHz oder der Chip ist abgeschaltet). Neustart; bei Overheat erst die Kühlung richten.

Wichtig: Der Hashrate Error ist nicht dasselbe wie Rejected Shares. Abgelehnte Shares waren gültige Arbeit, die zu spät beim Pool ankam (veralteter Block) – ein Netzwerk- oder Latenzthema. Der Hashrate Error entsteht im Chip. Ein Miner kann 0 % Rejects und 15 % Hashrate Error haben, oder umgekehrt.

Die vier Ursachen – in Prüfreihenfolge

1. Spannung zu niedrig für den Takt

Die häufigste Ursache, fast immer nach einer Übertaktung. Jeder ASIC braucht für einen bestimmten Takt eine Mindestspannung; liegt sie darunter, kippen einzelne Rechendurchläufe. Ab Werk läuft ein Gamma mit 525 MHz bei 1.150 mV und hat Reserve. 575 MHz laufen mit 1.200 mV, 625 MHz brauchen 1.250 mV – die Stufen aus unserem Overclocking-Guide. Steigt der Error nach einer Taktänderung, Spannung um 20 mV anheben oder den Takt um 25 MHz zurücknehmen.

2. Hitze

Ein heißer ASIC rechnet unsauberer. Im Dashboard: ASIC-Temperatur über 65 °C, Spannungsregler über 85 °C. Ursachen sind Aufstellort (geschlossenes Regal, Sonne), verstaubter Kühlkörper, ausgetrocknete Wärmeleitpaste oder ein Lüfter, der nicht auf Automatik steht. Ab 70 °C greift der Überhitzungsschutz und drosselt den Miner auf ein Minimum – dann zeigt der Error 90 % und mehr. Abhilfe steht in Bitaxe leiser machen und kühlen.

3. Netzteil am Limit

Bricht die Eingangsspannung unter Last ein, bekommt der Spannungsregler nicht genug, um die ASIC-Spannung zu halten. Im Dashboard: Input Voltage unter 4,8 V bei 5-V-Geräten, oder eine gemessene ASIC-Spannung, die mehr als 20 mV unter der eingestellten liegt. Das mitgelieferte Netzteil reicht für Werkseinstellungen; wer übertaktet oder ein dünnes USB-C-Kabel nutzt, landet hier. Welches Netzteil wann reicht, steht im Netzteil-Ratgeber.

4. WLAN-Aussetzer

Die seltenste Ursache, aber eine tückische: Verliert der Miner für Sekunden die Verbindung, hasht er auf einer veralteten Arbeitsvorlage weiter, und diese Shares zählen nicht. Der Error steigt, ohne dass Temperatur oder Spannung auffällig sind; gleichzeitig steigen Rejects und die Uptime-Anzeige des Pools zeigt Lücken. Lösung: 2,4-GHz-Netz ohne Band-Steering, Router näher, kein Repeater dazwischen.

So prüfst du in fünf Minuten

  1. Dashboard eine Stunde laufen lassen, dann den Durchschnitt (gestrichelte Linie) mit „expected" vergleichen. Unter 10 % Abstand: fertig.
  2. Frequenz und Spannung anschauen: Steht die Frequenz auf 50 MHz oder meldet das Dashboard „Overheat", war es der Überhitzungsschutz → Ursache 2. Hast du übertaktet → Ursache 1.
  3. Input Voltage unter Last lesen: unter 4,8 V → Ursache 3.
  4. Temperaturen lesen: ASIC über 65 °C oder VR über 85 °C → Ursache 2.
  5. Logs öffnen: Einträge wie „Stratum disconnected" oder „reconnecting" → Ursache 4.
  6. Nur eine Sache ändern, eine Stunde warten, neu vergleichen.
Werkseinstellungen als Referenz: Wenn du nicht weiterkommst, Frequenz und Spannung auf Werkswert zurücksetzen (Gamma: 525 MHz / 1.150 mV). Bleibt der Error dort über 10 %, ist es nie die Einstellung – dann Kühlung, Netzteil oder WLAN.

Warum 5 % stabil mehr wert sind als 0 % auf dem Screenshot

Eine übertaktete Einstellung mit 1,8 TH/s erwartet und 15 % Error liefert real 1,53 TH/s – bei 30 W. Dieselbe Hardware mit 1,6 TH/s erwartet und 3 % Error liefert 1,55 TH/s bei 24 W. Die zweite Einstellung mined mehr, verbraucht weniger und hält den Chip kühler. Der Hashrate Error ist der Wert, der diesen Unterschied sichtbar macht; die Hashrate-Kachel allein verschweigt ihn.

Was ist der Hashrate Error beim Bitaxe?

Die prozentuale Abweichung zwischen der Hashrate, die AxeOS aus den Shares hochrechnet, und der erwarteten Hashrate aus Takt × Kernen. Bis 5 % ist statistisches Rauschen, dauerhaft über 10 % heißt: Spannung, Hitze, Netzteil oder WLAN.

Wie hoch darf der Hashrate Error sein?

Im Stundenmittel bis 5 % ohne Bedeutung, bis 10 % beobachten, darüber handeln. Über kurze Zeiträume sind auch 30 % normal – die Hashrate wird aus Zufallstreffern geschätzt.

Ist ein negativer Hashrate Error ein Problem?

Nein. Liefert der Miner mehr als erwartet, hattest du in dem Zeitraum Glück mit den Shares. Das gleicht sich über Stunden aus.

Mein Hashrate Error ist nach dem Übertakten gestiegen – was tun?

Spannung in 20-mV-Schritten anheben, bis der Error unter 5 % liegt, dabei ASIC-Temperatur unter 65 °C halten. Geht das nicht, den Takt eine Stufe (25 MHz) zurück.

Hashrate Error oder Rejected Shares – was ist der Unterschied?

Rejected Shares waren gültige Arbeit, die zu spät beim Pool ankam – ein Netzwerkthema. Der Hashrate Error entsteht im ASIC, wenn Rechendurchläufe wegen zu wenig Spannung oder zu viel Hitze ungültig werden.