Bitaxe.de

Open-Source Bitcoin Mining: Was ist das und warum ist es wichtig?

Open-Source Bitcoin Mining heißt: Schaltplan, Platine, Stückliste und Firmware deines Miners liegen öffentlich auf GitHub. Du kannst nachlesen, was das Gerät tut, die Firmware selbst flashen, den Pool frei wählen und jedes Bauteil tauschen. Diese Seite erklärt, was das konkret bedeutet, wo der Unterschied zu geschlossenen Minern liegt, warum es für Bitcoin wichtig ist – und was es nicht ist.

Aktualisiert am 22. August 2026

Kurzfassung: Der Bitaxe ist das Referenzdesign – Hardware im Repository skot/bitaxe, Firmware ESP-Miner (die Oberfläche heißt AxeOS), beides auf GitHub. Nerdaxe, NerdQaxe und NerdOctaxe sind offene Weiterentwicklungen auf derselben Basis. Offen heißt nicht profitabler – es heißt prüfbar, reparierbar und ohne Abhängigkeit vom Hersteller.

Was „Open Source" beim Mining konkret bedeutet

Drei Dinge sind offen, und alle drei müssen es sein, damit der Begriff stimmt:

  • Die Hardware. Schaltplan, Platinenlayout und Stückliste des Bitaxe liegen im Repository skot/bitaxe. Jeder kann die Platine nachbauen, verändern oder prüfen, ob das gelieferte Gerät dem Design entspricht. Genau so sind Nerdaxe, NerdQaxe und NerdOctaxe entstanden: eigene Boards auf Basis des Bitaxe-Designs, ebenfalls veröffentlicht.
  • Die Firmware. ESP-Miner läuft auf dem ESP32-S3 des Miners und steuert ASIC, Lüfter, WLAN und die Stratum-Verbindung; die Weboberfläche darauf ist AxeOS. Der Quellcode ist öffentlich, jedes Release hat ein Changelog, und du flashst ihn selbst – bei uns im Browser über flasher.bitaxe.de, ohne Hersteller-Tool.
  • Das Protokoll. Der Miner spricht Stratum V1 mit jedem Pool und jedem eigenen Node. Es gibt keinen Cloud-Account, keine Registrierung, keinen Server des Herstellers, der zwischen dir und dem Bitcoin-Netzwerk sitzt.

Nicht offen ist – bei keinem Miner der Welt – der ASIC selbst: Der BM1370 kommt von Bitmain, sein Inneres bleibt Betriebsgeheimnis. Open-Source Mining setzt an der Stelle an, die du kontrollieren kannst: alles um den Chip herum.

Offen oder geschlossen – der Unterschied im Alltag

Wir verkaufen beides, deshalb lässt sich der Unterschied an zwei Geräten aus dem eigenen Sortiment zeigen. Der Avalon Nano 3S von Canaan ist ein geschlossenes Gerät: 6 TH/s bei 140 W, läuft zuverlässig, hat einen Netzwerkanschluss – aber Firmware und Platine sind nicht einsehbar, Updates kommen nur vom Hersteller, und wenn Canaan die Unterstützung einstellt, bleibt das Gerät auf seinem Stand. Der Bitaxe Gamma ist das Gegenteil: 1,3 TH/s bei 15 W, offene Platine, offene Firmware, Lüfter, Kühler und Display tauschbar, Updates von der Community.

Offen (Bitaxe, Nerdaxe, NerdQaxe)Geschlossen (Avalon Nano, Industrie-ASICs)
Firmware Quellcode öffentlich, selbst flashbar, Forks möglich (OSM-OS) Binär vom Hersteller, nur über dessen Tool
Pool und Node Frei wählbar, eigener Node per Public Pool Frei wählbar, aber keine lokale Node-Anbindung
Reparatur und Umbau Kühler, Lüfter, Display, Netzteil nach Standard tauschbar Gerät als Ganzes, Ersatzteile nur über den Hersteller
Prüfbarkeit Jeder kann lesen, was das Gerät ins Netz schickt Vertrauen in den Hersteller
Support-Ende Community pflegt weiter (OSMU) Gerät bleibt auf letztem Stand
Effizienz BM1370: 14–16 J/TH; BM1373 (Gaia): ~10 J/TH Nano 3S: ~23 J/TH

Warum das mehr als Prinzipienreiterei ist, zeigt ein Fall aus 2017: In der Firmware der Antminer-Serie fand sich eine Funktion („Antbleed"), mit der der Hersteller Geräte aus der Ferne hätte abschalten können. Bei offener Firmware wäre so etwas am Tag des Commits aufgefallen. Beim Bitaxe liest jeder, der will, was das Gerät tut – und die Community tut es bei jedem Release.

Die Familie: Bitaxe, Nerdaxe, NerdQaxe, NerdOctaxe

Der Bitaxe ist das Referenzdesign der Community um bitaxe.org: ein Bitmain-ASIC auf einer offenen Platine, gesteuert von einem ESP32-S3. Das NerdMiner-Team hat daraus eigene Boards entwickelt: den Nerdaxe Gamma mit 1,9-Zoll-Display, den Nerdaxe Gaia mit dem neuen BM1373, den NerdQaxe mit vier und den NerdOctaxe mit acht Chips. Alle laufen mit ESP-Miner/AxeOS (die Nerd-Geräte mit dem NerdQaxe-Zweig, der das große Display unterstützt), alle nutzen dieselben Pool-Felder, und alle werden über denselben Web-Flasher aktualisiert. Die Community dahinter ist Open Source Miners United (OSMU) – ein Discord, in dem Entwickler, Hersteller und Nutzer dieselbe Firmware pflegen.

Was das für dich heißt: Ein Tutorial gilt für alle Geräte, ein Kühler-Upgrade passt auf Bitaxe und Nerdaxe gleichermaßen, und wenn ein Board nicht mehr produziert wird, läuft die Firmware trotzdem weiter. Welches Gerät zu welchem Setup passt, vergleicht Bitaxe oder Nerdaxe.

Warum es für Bitcoin wichtig ist

Bitcoin ist nur so dezentral wie seine Infrastruktur. Die Hashrate konzentriert sich in großen Farmen, die Hardware kommt von zwei, drei Herstellern, und die Firmware dieser Hardware ist geschlossen. Open-Source Mining setzt an allen drei Punkten an: Es bringt Hashrate in Wohnzimmer statt Hallen, es macht die Geräte nachbaubar, und es macht die Software prüfbar. Ein einzelner Bitaxe ändert die Statistik nicht – Zehntausende Bitaxe, jeder mit eigener Adresse und wahlweise eigenem Node, sind ein anderer Teil des Netzwerks als eine Farm mit derselben Hashrate.

Dazu kommt die Souveränität des Einzelnen: Wer seinen Miner an den eigenen Node hängt (Public Pool auf Umbrel), baut seine Blockvorlage selbst – kein Pool entscheidet mehr, welche Transaktionen in den Block kommen. Das ist bei geschlossenen Geräten technisch möglich, bei offenen selbstverständlich.

Was Open Source nicht ist

Offen heißt nicht profitabler. Ein Bitaxe Gamma hat bei 1.000 EH/s Netzwerk-Hashrate pro Jahr eine Chance von etwa 1 zu 15.000 auf den Block, bei rund 37 € Strom; der Erwartungswert liegt unter den Stromkosten (die Rechnung: Bitaxe Block finden, dein Gerät: Mining-Rechner). Offen heißt auch nicht fertiger: Der Bitaxe ist eine offene Platine mit Lüfter, kein Gehäuse mit Ein-Knopf-Bedienung – dafür lässt er sich in zehn Minuten einrichten und in jeder Hinsicht verändern. Wer ein Gerät will, das er anschließt und nie wieder ansieht, ist mit dem Avalon Nano richtig. Wer wissen will, was sein Miner tut, mit dem Bitaxe.

So steigst du ein

  1. Gerät wählen: Bitaxe Gamma für den leisen Einstieg, Nerdaxe Gaia für die beste Effizienz, NerdQaxe++ für mehr Chance – Übersicht in Bitcoin Miner kaufen.
  2. Einrichten: WLAN, dann die vier Pool-Werte aus dem Pool-Konfigurator in AxeOS – Anleitung in der Bitaxe-Anleitung.
  3. Verstehen: AxeOS erklärt nennt für jede Anzeige den Wert, der normal ist.
  4. Weitergehen: eigener Node mit Umbrel, Firmware-Forks über den Web-Flasher, Übertakten nach dem Overclocking-Guide.

Häufige Fragen

Was bedeutet Open-Source Bitcoin Mining genau?

Dass Hardware-Design (Schaltplan, Platine, Stückliste) und Firmware des Miners öffentlich sind und du beides selbst nutzen, ändern und prüfen kannst. Beim Bitaxe liegt die Hardware im Repository skot/bitaxe und die Firmware als ESP-Miner (AxeOS) auf GitHub.

Ist Bitaxe ein Beispiel für Open-Source Bitcoin Mining?

Bitaxe ist das Referenzdesign dafür. Nerdaxe, NerdQaxe und NerdOctaxe sind offene Weiterentwicklungen auf derselben Basis und laufen mit derselben Firmware-Familie.

Was ist der Unterschied zu einem geschlossenen Miner wie dem Avalon Nano?

Der Avalon Nano läuft zuverlässig, aber Firmware und Platine sind nicht einsehbar, Updates kommen nur vom Hersteller, Teile nur über ihn. Beim Bitaxe ist alles um den ASIC herum offen: Firmware selbst flashbar, Pool und Node frei, Kühler, Lüfter und Display nach Standard tauschbar.

Ist der ASIC-Chip auch Open Source?

Nein. Der BM1370 kommt von Bitmain und bleibt ein geschlossener Chip – bei jedem Miner der Welt. Open Source setzt bei allem an, was um den Chip herum liegt: Platine, Stromversorgung, Steuerung, Firmware.

Welche Rolle spielt die Firmware?

Sie entscheidet, was das Gerät tut: Takt, Spannung, Lüfter, WLAN, an welchen Pool es sich verbindet. Offene Firmware (ESP-Miner/AxeOS) kann jeder lesen und prüfen; bei geschlossener Firmware vertraust du dem Hersteller – das Antbleed-Beispiel von 2017 zeigt, warum das kein Detail ist.

Ist Open-Source Mining automatisch profitabler?

Nein. Die Chance auf einen Block hängt nur von der Hashrate ab – ein Gamma liegt bei etwa 1 zu 15.000 pro Jahr, bei rund 37 € Strom. Offen heißt prüfbar, reparierbar und unabhängig, nicht rentabler.

Was ist OSMU?

Open Source Miners United – die Discord-Community, in der Entwickler, Hersteller und Nutzer von Bitaxe, Nerdaxe, NerdQaxe und Co. die Firmware pflegen, Boards entwerfen und sich gegenseitig helfen.

Für wen lohnt sich Open-Source Mining?

Für alle, die verstehen wollen, was ihr Gerät tut, es selbst einrichten und anpassen wollen und ihre Hashrate unabhängig von einem Hersteller ins Netzwerk bringen möchten. Wer nur ein Gerät anschließen und nie wieder ansehen will, ist mit einem geschlossenen Miner ebenso bedient.